2. Verzögerung: Bauzeit für Tunnel verdoppelt sich

hzBaustellen-Verzögerung

Der Tunnel in Sölde hat einiges an Furore in den Stadtteil gebracht. Nun verzögert sich die Fertigstellung des Tunnels zum zweiten Mal – allerdings für einen längeren Zeitraum.

von Alexandra Wachelau

Sölde

, 24.07.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Baustellenseite der Stadt Dortmund fehlt die Tunnel-Erneuerung in Sölde seit Samstag (18. 7.). Denn an diesem Termin sollte die Sölder Straße unter der Brücke der Bahntrasse offiziell fertiggestellt sein.

Vor Ort bietet sich jedoch kein Eindruck einer fertigen Straße. Nicht einmal zu Fuß lässt sich der Tunnel passieren. Ein baldiges Ende der Baustelle scheint nicht in Sicht zu sein.

Baustelle bleibt bis Mitte September

Das kann vonseiten der Deutschen Bahn auch nur bestätigt werden: Bis Mitte September wird an der Baustelle in Sölde weitergearbeitet. Laut einer Bahnsprecherin liege das an „erschwerten Bodenverhältnissen“ vor Ort.

Jetzt lesen

Allerdings wolle man die Einschränkungen möglichst gering halten. Zumindest zu Fuß könne man inzwischen den Tunnel passieren. Ab Anfang August können auch Autofahrer einseitig unter dem Tunnel herfahren. Dies wird durch eine „provisorische Lichtsignalanlage“ geregelt – also durch eine Baustellenampel.

Die Arbeit geht nur langsam voran.

Die Arbeit geht nur langsam voran. © Alexandra Wachelau

„Das schränkt Anwohner in Sölde natürlich ziemlich ein“, bemerkt Anett Ingerfeld. Sie wohnt auf der Sölderholz-Seite des Tunnels. Ihr Weg nach Sölde führt unausweichlich an der Baustelle vorbei. Momentan muss sie dafür einen drei Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen – und der ist „steil bergauf“, wie sie betont.

Zweiter Termin für die Fertigstellung wurde schon nicht eingehalten

Seit dem 30. März bestehen die Straßenbauarbeiten. Ursprünglich sollte die Baustelle am 30. Juni beendet werden. Der Termin wurde zwischendurch auf den 18. Juli ausgeweitet.

Jetzt lesen

Dass sie immer noch keinen direkten Weg nach Sölde fahren kann, ärgert Anett Ingerfeld. „Allein schon, dass der Sölder Bahnhof jetzt nicht mehr erreichbar ist“, sagt sie. Ihre Tochter musste im vergangenen Schuljahr mit dem Fahrrad einen Umweg fahren – sonst stieg sie am Sölder Bahnhof ein.

Seit Ende März blickt Monika Ludwig auf eine Baustelle, ein frühes Ende ist noch nicht in Sicht.

Seit Ende März blickt Monika Ludwig auf eine Baustelle, ein frühes Ende ist noch nicht in Sicht. Der Tunnel selbst wurde im November fertiggestellt. © Alexandra Wachelau

Ingerfeld ist sich sicher: „Niemand, der in Sölde, Sölderholz und Lichtendorf wohnt, wollte die Baustelle haben.“

Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Monika Ludwig war in der Bürgerinitiative aktiv, die sich 2019 erfolglos gegen den Umbau der Brücke stark gemacht hat. Sie wohnt direkt neben der jetzigen Baustelle. Bagger fahren seit Beginn der Baustelle vor drei Räumen ihrer Mietwohnung vorbei. Und das wird in Zukunft wohl noch einige Zeit so bleiben.

Werden bald Lkw die Sölder Straße verstopfen?

„Dass der Tunnel erneuert werden musste, war mir schon klar“, sagt die Anwohnerin. „Aber eben nicht so hoch. Da werden in Zukunft bestimmt einige Lkw die Straße entlangkommen.“

Der Grund dafür: Die Brücke wurde im Zuge des Umbaus höher gebaut. Mit Fertigstellung der Baustelle könnten auch große Lkw den Tunnel passieren – und die Sölder Straße verstopfen, so die Befürchtung vieler Anwohner.

Jetzt lesen

Anett Ingerfeld kann dieses Konzept nicht nachvollziehen: „In der Innenstadt werden Fahrradwege gebaut, aber der große Verkehr wird dann durch den Vorort geleitet“, sagt sie. Von der B1 kommende Fahrzeuge könnten so über die Sölder Straße fahren.

Laut einer Stellungnahme des Tiefbauamtes war der Tunnel früher ein „Nadelöhr“. Durch den Umbau der Straße soll die Sölder Straße nicht nur einspurig, sondern von beiden Seiten befahrbar sein.

Doch bis dahin muss die neue Straßenführung erst einmal fertiggestellt werden. Laut der direkten Anwohnerin Monika Ludwig halten sich viele Sölder schon gar nicht mehr an die Absperrung des Tunnels: „Ich sehe immer öfter Menschen über die Baustelle laufen“, berichtet sie.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt