20 Prozent mehr Schüler – Stadt Dortmund will neue Schulen bauen

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Immer weiter steigende Schülerzahlen bringen die Stadt Dortmund in Zugzwang. Sie muss mehr Schulraum schaffen. Sogar Neubauten sind geplant. Und das nicht nur für Grundschulen.

Dortmund

, 11.05.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

So ändern sich die Zeiten: Vor wenigen Jahren wurden noch Schulen geschlossen, inzwischen platzen viele Schulgebäude aus allen Nähten. Und das Problem wird weiter zunehmen. Mit ihrer aktuellen Schulentwicklungsplanung bis zum Jahr 2023 stellt die Stadt deshalb die Zeichen auf Ausbau.

Die Zahlen sind deutlich: Fast 6000 Kinder müssen in den nächsten Jahren mit einem Schulplatz versorgt werden. Das wäre ein Anstieg um knapp 20 Prozent innerhalb weniger Jahre.

Die Konsequenz: Es muss mehr Schulraum geschaffen werden. Besonders drängend ist das Problem in der Nordstadt, wo die Zahl der Grundschüler allein bis zum Schuljahr 2020/21 um 400 steigen wird.

Neue Grundschulen für die Nordstadt

Mittelfristig sollen hier deshalb drei Grundschulen neu gebaut werden – eine am Hafen, eine an der Burgholzstraße und eine weitere im Bereich Borsigplatz. Bestehende Grundschulen werden saniert und ausgebaut. Schon jetzt stehen auf mehreren Schulhöfen Container mit Unterrichtsräumen, weil in den bestehenden Schulgebäuden kein Platz mehr ist – im Verwaltungsdeutsch ist von „mobilen Raumeinheiten“ die Rede.

Mit Containerklassen soll auch in anderen Stadtbezirken die Raumnot gelindert werden. Neben der Nordstadt ist der Bedarf vor allem in Hörde und in der Innenstadt-Ost besonders groß. „Dort steigen die Schüllerinnen- und Schülerzahlen so stark an, dass eine Erweiterung des Schulraums dringend nötig ist“, erklärt Schuldezernentin Daniela Schneckenburger.

Zuwachs an jungen Familien

In der östlichen Innenstadt ist mit Blick auf große Neubaugebiete wie am Güterbahnhof Süd mit einer weiter steigenden Zahl an jungen Familien zu rechnen. An einen Schulneubau ist hier (noch) nicht gedacht. Stattdessen soll die alte Hauptschule am Ostpark, wenn sie als Flüchtingsunterkunft ausgedient hat, genutzt werden, um die bestehenden Nachbarschulen, die Franziskus- und die Berswordt-Grundschule, zu erweitern, kündigt Daniela Schneckenburger an.

20 Prozent mehr Schüler – Stadt Dortmund will neue Schulen bauen

Die alte Hauptschule am Ostpark könnte bald dazu genutzt werden, Platz für die benachbarten Grundschulen zu schaffen. © Oliver Volmerich

Aber auch die weiterführenden Schulen sind von den stadtweit steigenden Schülerzahlen betroffen. „Bis zum Schuljahr 2023 wird dort der Bedarf an Schulplätzen voraussichtlich um zwölf Prozent steigen“, reichnet die Schuldezernentin vor.

Besondere Engpässe gibt es an Gymnasien und Gesamtschulen. Generell wächst an den Gymnasien der Raumbedarf auch durch die Rückkehr zu G9, also zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium, die langfristig einen zusätzlichen Jahrgang beschert, erklärt Daniela Schneckenburger.

Bedarf für eine weitere Gesamtschule

Die Erwartung, dass durch die Wiedereinführung von G9 umgekehrt die Zahl der Anmeldungen an den Gesamtschulen sinkt, hat sich zumindest in Dortmund nicht bestätigt. Im Gegenteil: 143 Kindern, die im Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln, konnte der Wunsch nach einem Platz an einer Gesamtschule in diesem Jahr nicht erfüllt werden. In der Konsequenz wird jetzt über den Bau einer neuen Gesamtschule nachgedacht.

Das wäre dann eine neue Aufgabe für die Schulentwicklungsplanung. In einem ersten Schritt soll der Rat nun die Verwaltung beauftragen, nötige Maßnahmen für die Grundschulen auf den Weg zu bringen. In einem zweiten Schritt sollen dann die weiterführenden Schulen unter die Lupe genommen werden.

Klar ist schon jetzt, dass es auch an den Gymnasien eng ist. Bereits jetzt können die 1817 Anmeldungen nur erfüllt werden, weil an acht Gymnasien zusätzliche Eingangsklassen eingerichtet werden. Auch das ist nur möglich durch die Aufstellung von Containern, mit denen neue Klassenräume geschaffen werden. Vorgesehen ist das allein in den nächsten zwei Schuljahren an elf Schulen.

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