Anwohner erzielen Teil-Erfolg gegen Raser und rücksichtlose Autofahrer in Kirchlinde

hzVerkehrsärger

Seit Monaten kämpfen Bürger des Osulfwegs in Kirchlinde gegen den Autoverkehr in ihrer schmalen Straße. Nun ändert sich tatsächlich etwas – aber viele Wünsche bleiben unerfüllt.

Kirchlinde

, 07.02.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner des Osulfwegs in Kirchlinde beklagen, dass Raser und rücksichtslose Autofahrer in ihrer Straße nahe der Kirchlinder Kreuzung zum Alltag geworden sind. Ursprung des Übels: die Baustelle an der benachbarten Hangeneystraße, die die Mallinckrodtstraße (OW IIIa) mit dem Nachbar-Ortsteil Westrich verbindet.

Vier Monate lang war die Hangeneystraße nur in eine Richtung befahrbar, der Osulfweg wurde anstelle der offiziellen Umleitung zur beliebten Abkürzung. Autofahrer haben den kürzeren Weg zur A45 und zum Lidl in Kirchlinde genutzt.

„Das ist auch so geblieben“, erzählt Anwohnerin Michaela Kleinehabig.

Die Hangeneystraße ist zwar bereits seit Anfang Dezember wieder in beide Richtungen befahrbar, doch noch immer regelt eine Baustellenampel den Verkehr. Es kostet also nach wie vor mehr Zeit als früher, hier durchzukommen.

Ortstermin soll über neue Verkehrsregelung entscheiden

Im Osulfweg sammelte Michaela Kleinehabig zahlreiche Unterschriften, die sie in der Dezember-Sitzung der Huckarder Bezirksvertretung vorlegte. Die Unterzeichner fordern eine neue Verkehrsregelung für den Osulfweg.

Der Ortstermin mit dem Tiefbauamt am Donnerstag (6.2.) sollte darüber entscheiden. Frank Spies, Franz Swaton und Jan Sanders von Tiefbauamt und Straßenverkehrsbehörde trafen sich mit einem Teil der Huckarder Bezirksvertreter und Anwohnern des Osulfweges.

Anwohner erzielen Teil-Erfolg gegen Raser und rücksichtlose Autofahrer in Kirchlinde

Michaela Kleinehabig hat sich von Anfang an für eine Lösung für den Osulfweg eingesetzt. © Stephan Schütze

Die Wünsche der Anwohner: eine Erneuerung der Tempo-30-Piktogramme, ein Geschwindigkeits-Display und Pfosten, die die Autos von Gehwegen und Vorgärten fernhalten.

Zumindest für die Piktogramme und das Geschwindigkeits-Display hat die Bezirksvertretung Geld zur Verfügung gestellt. Doch auch der Verkehr insgesamt müsse anders geregelt werden. Einwohner forderten eine Anlieger-, Spiel-, Einbahnstraße – oder sogar eine Sackgasse.

Nur drei Ideen sind im Osulfweg umsetzbar

Diese vier Veränderungen hätten das Aus für den Pendler-Verkehr zur A45 und die „Lidl-Abkürzer“ bedeutet. „Hätten“, denn umsetzbar sei nichts davon, erklärte Franz Swaton. „Bei einer Spielstraße müsste der Osulfweg als Aufenthaltsbereich im Vordergrund stehen und der Verkehr eine untergeordnete Rolle spielen“, erklärt er. „Das ist hier nicht der Fall.“

Für einen verkehrsberuhigten Bereich sei die Straße zu lang. Und die Straße könne auch nicht in der Mitte abgepfostet werden. „Leider wurde hier insgesamt in den 50ern alles viel zu eng gebaut“, sagt Franz Swaton. „Platz für zwei Wendebereiche ist hier erst recht nicht.“

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Würde man eine Anlieger-Straße einrichten, müssten auch umliegende Straßen einbezogen werden. „Je größer der Bereich, desto vielfältiger die Ausreden für ein Anliegen.“ Eine Einbahnstraße brächte Umwege und somit sowohl einen erhöhten Schadstoffausstoß als auch längere Rettungswege mit sich.

„Außerdem laden Einbahnstraßen leider oft zum schnelleren Fahren ein, weil einem niemand entgegenkommt“, sagt Franz Swaton.

Umsetzung kann dauern

Drei Wünsche der Anwohner werden jedoch erfüllt: Eine 90 Grad-Kurve des Osulfweges bekommt einen Pfosten, der die Autos vom Gehweg und somit von den Fußgängern fernhält.

Vor der Einfahrt zur Kita „Elfenwald“ wird ein Tempo-30-Piktogramm auf die Fahrbahn gebracht und es wird geprüft, wo das Geschwindigkeits-Display stehen kann.

Als harten Schlag empfinden es die Anwohner nicht, dass nur wenige Forderungen umgesetzt werden. „Es ist gut, dass wir jetzt endlich wissen, was möglich ist“, sagen Michaela Kleinehabig und Ehemann Rainer. „Und dass uns mal jemand ausführlich erklärt hat, warum manche Sachen eben nicht möglich sind.“

Mit der Umsetzung der Änderungen könnte es aber dauern. Ein Geschwindigkeits-Display werde es erst Ende des Jahres geben. „Die Setzung des Pfostens müssen wir außerdem extern beauftragen“, sagt Jan Sanders. „Das kann leider etwas dauern.“

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