Dogewo-Mieter verärgert: Kein Platz für ein kleines E-Scooter-Häuschen?

hzMieter-Ärger in Eving

Udo und Christina Happe, die an der Bayrischen Straße 48 wohnen, wünschen sich ein kleines Häuschen für einen E-Scooter. Dogewo21 lehnt das ab und macht einen überraschenden Vorschlag.

Eving

, 14.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Udo Happe (76) ist gehbehindert. Sein Arzt hat ihm bescheinigt, dass er keine zehn Schritte ohne Hilfe laufen kann. Deshalb war das Leben des Seniors für lange Zeit sehr eingeschränkt. Es spielte sich nahezu ausschließlich in den eigenen vier Wänden an der Bayrischen Straße 48 ab. Die Wende brachte ein E-Scooter, den die Krankenkasse im März dieses Jahres bewilligte und der im Juni geliefert wurde.

Aber damit begannen andere Probleme: Wohin mit dem Gefährt?

Ehefrau Christina Happe erklärt, sie habe schon im März Kontakt zur Besitzerin des Hauses aufgenommen: der Dogewo21. Ziel war die Erlaubnis, ein kleines Häuschen aufstellen zu dürfen, in dem die Happes den E-Scooter abstellen können. Von dem für die Siedlung an der Bayrischen Straße zuständigen Mitarbeiter kam irgendwann die Antwort: „Geht nicht, kein Platz.“

„Hinter dem Haus wäre genügend Platz“

Das wollte Christina Happe nicht hinnehmen. Immer wieder versuchte sie nach eigenen Angaben, besagten Mitarbeiter zu erreichen. Vergeblich. „Wenn er wenigstens eine Begründung für die Ablehnung nennen würde“, sagt sie. Die Kosten für ein solches Häuschen würden selbstverständlich die Happes übernehmen. Ihrer Ansicht nach hätte es wunderbar hinter den Mülltonnen auf der großzügigen Fläche hinter dem Haus Platz. Es müsste keine Grünfläche geopfert werden, und es würden keine Parkplätze wegfallen. Sie habe darüber bereits mit den anderen Hausbewohnern gesprochen: Sie seien einverstanden mit dieser Lösung. Auch anderswo (zum Beispiel an den Stahlhäusern) gebe es solche E-Scooter-Häuschen.

Dogewo-Mieter verärgert: Kein Platz für ein kleines E-Scooter-Häuschen?

So wie hier An den Stahlhäusern sieht ein Häuschen für einen E-Scooter aus, das sich die Happes wünschen. © Happe

Momentan steht der E-Scooter direkt vor der Haustür. Das ist jedoch ungünstig. Erstens behindert er den Postboten bei der Zustellung der Post, zweitens ist er allein durch eine Plane nicht gut vor Wind und Wetter geschützt. „Neulich bei dem Sturm ist die Plane fast weggeflogen“, sagt Christina Happe.

Dogewo21 verweist auf den Denkmalschutz für die Siedlung

Dogewo21-Geschäftsführer Klaus Graniki sagt: „In der vorliegenden Situation sprechen wir über eine bestehende und zudem denkmalgeschützte Siedlung. Wegen der Verantwortung des Eigentümers für den optischen Gesamteindruck der Siedlung (Platz, Erscheinungsbild, Verkehrssicherheit und Gartenpflege) können wir nur eingeschränkt und individuell Abstellmöglichkeiten genehmigen.“ Und weiter: „Unsere Erfahrungen bestätigen immer wieder, dass es für mobilitätseingeschränkte Personen immer schwieriger wird, in vorhandenen Wohnsituationen geeignete Lösungen zu finden. Nur eine veränderte Wohnsituation, die für einen dauerhaften Verbleib geeignet ist, kann Betroffenen helfen. Wir haben dies mit den Mietern im persönlichen Gespräch erläutert. Sollte der Wunsch, eine neue Wohnung mit einer dauerhaften Lösung anzumieten, bestehen, stehen wir gerne zur Verfügung.“

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