Diskussion um Osulfweg nahe der Kirchlinder Kreuzung eskaliert

hzVerkehrsärger

Seit Monaten kämpfen Anwohner des Osulfweges gegen den Durchgangsverkehr. Jetzt meldet sich eine Nachbarin zu Wort, die ein ganz anderes Problem sieht – und ihre Nachbarn angreift.

Kirchlinde

, 05.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michaela Kleinehabig hatte noch im November 2019 knapp 20 Anwohner des Osulfweges zusammengetrommelt. Die einhellige Meinung: Seitdem die Hangeneystraße zur Baustelle geworden war und nur in eine Richtung befahren werden konnte, herrschte Chaos im Osulfweg nahe der Kirchlinder Kreuzung.

Zum Berufs- und Feierabendverkehr stauten sich die Autos auf der schmalen Straße, die als Abkürzung genutzt wurde. Ist die Bahn frei, rasen die Autofahrer ohne Rücksicht durch den Osulfweg.

Angst um Kita-Kinder im Osulfweg

„Es dauert nicht mehr lange, dann passiert hier ein Unfall“, sagte Michaela Kleinehabig. „Und ich hoffe nicht, dass dann ein Mensch zwischen den Autos steckt.“ Insbesondere die Kinder der Kita „Elfenwald“ seien hier in Gefahr.

Aber auch für andere Fußgänger sei die Verkehrs-Flut nicht ungefährlich. Dass die Hangeneystraße seit Anfang Dezember wieder in beide Richtungen befahrbar sei, habe nicht viel geholfen.

Diskussion um Osulfweg nahe der Kirchlinder Kreuzung eskaliert

Theoretisch müssten die Autos wie hier überall im Osulfweg auf der Straße parken. Das bedeutet allerdings eine Zickzack-Fahrt. © Stephan Schütze

„Seit die Baustelle hier weg ist, ist alles besser geworden“, sagt hingegen Osulfweg-Anwohnerin Margot Welter (80), die seit dem Aufbau der Straße in den 1950er-Jahren dort lebt.

Dass ihre Nachbarn den Durchgangsverkehr für schlecht halten, verstehe sie nicht. „Wir haben damals dafür gekämpft, dass der Osulfweg eine Durchgangsstraße bleiben muss“, sagt Margot Welter. „Wenn hier oder in der Nähe etwas passiert, ist er eine wichtige Abkürzung für Krankenwagen und Feuerwehr.“

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Eine Einbahnstraßenregelung oder gar eine Sackgasse hält sie deshalb für undenkbar. „Auch eine Anliegerstraße darf der Osulfweg nicht werden, es muss hier zum Krankenhaus durchgehen.“ Das wäre jedoch auch bei einer Anliegerstraße noch möglich.

Ein Parkverbot soll das Problem lösen

Margot Welter sieht allerdings ohnehin ein ganz anderes Problem als den Durchgangsverkehr: Das Problem sei der stehende Verkehr. Regulär müssten die Autos im Osulfweg in Garagen, auf ausgewiesenen Stellplätzen oder eben vollständig auf der Fahrbahn geparkt werden.

Weil die Straße an einigen Stellen sehr schmal ist, parken viele Autos halbseitig oder sogar vollständig auf dem Gehweg. „Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollator kommen nicht mehr durch“, sagt Margot Welter.

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Aber auch andere Fußgänger dürften sich nur schwerlich zwischen Autos und Zäunen oder Hecken hindurchquetschen können. Auf der Straße zu parken, sei jedoch auch keine Option, so Margot Welter.

„Dann fährt man ja hier nur noch Zickzack.“ Die einzige Lösung in ihren Augen: Alle parken in den Garagen oder auf den Stellplätzen. „Jeder hier hat Platz genug – und wo stehen die Autos? Auf der Straße.“ Nur ein Parkverbot könne das Problem lösen. „Dann passiert auch keine Katastrophe, wenn ein Krankenwagen oder die Feuerwehr kommt.“

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