Aktionär: Leben vom Prinzip Hoffnung

Hauptversammlung von PRO DV

22.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Zufriedene Aktionäre klingen anders. «Ich habe den Eindruck, dass Sie nur vom Prinzip Hoffnung leben», meinte gestern Klaus Bracht. Immer höre man nur, «wir wünschen uns, wir hoffen, dass...», so Bracht. Daran sehe man, «auf welch schwachen Füßen PRO DV steht». Der Einzelaktionär ergriff bei der Hauptversammlung der Softwareschmiede im Casino Hohensyburg das Wort, nachdem der Vorstandsvorsitzende Klaus Bullmann (Foto) das vergangene Geschäftsjahr hatte Revue passieren lassen. In dem war der Umsatz um immerhin 15,6% auf 14,58 Mio. geklettert. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich zwar, doch PRO DV schreibt weiter rote Zahlen. Das operative Ergebnis weist einen Verlust von 1,57 Mio. auf, im Vorjahr waren es noch 5,76 Mio. Minus. Das nährte bei Aktionär Bracht die Befürchtung, «dass auch in den nächsten Jahren rote Zahlen zu erwarten sind». Und überhaupt, wenn PRO DV mit seiner Katastrophenschutzlösung «DeNIS II plus» ein Alleinstellungsmerkmal habe, «dann kann man auch Alleinstellungpreise nehmen.» Bullmann räumte ein, «dass wir eine schwere Zeit hinter uns haben». Dass es bei den Projekten mit Bundes- und Landesbehörden immer wieder zu Verzögerungen komme, habe oftmals keine rationalen Gründe, sondern das liege an «politischen Erwägungen». Man wolle noch dichter an den Kunden ran, «damit wir schneller werden in unseren Prozessen». Bullmann gab sich selbstbewusst: «Wir sind in diesem Feld die Nummer 1 und wollen im nächsten Jahr auch betriebswirtschaftlich vorankommen.» kiwi

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