Neubau-Pläne von Aldi schreiten voran: Wohnungen müssen weichen

hzAldi Nord

Die Neubau-Pläne von Aldi Nord in Marten sorgten bereits vor zwei Jahren für Diskussionen. Inzwischen ist der Discount-Riese in seiner Planung ein ganzes Stück weiter.

Marten

, 03.07.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der Aldi-Markt an der Schulte-Heuthaus-Straße 58 in Marten sich vergrößern möchte, ist schon lange klar. Ein größerer und moderner Aldi soll in dem westlichen Dortmunder Ortsteil entstehen. Gute Nachrichten, oder doch nicht?

Das Martener Forum startete Mitte 2018 eine Unterschriftenaktion mit einer Petition gegen den Aldi-Abriss und -Neubau. Der Grund: Um den Aldi-Markt vergrößern zu können, muss das westlich angrenzende Sparkassen-Gebäude weichen, in dem sich auch eine Arztpraxis und Wohnungen befinden.

Mehr als 500 Unterschriften kamen damals zusammen, darunter laut Martener Forum auch die von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und dem aktuellen Oberbürgermeister-Kandidaten Thomas Westphal. Indes sind die Pläne von Aldi Nord bis heute deutlich voran geschritten.

Bebauungsplan fehlt noch

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Lü 188 wurde bereits im Februar 2018 gefasst. Einen rechtsgültigen Bebauungsplan für den geplanten rund 1500 Quadratmeter großen Neubau gibt es zwar nach wie vor nicht, doch das Bebauungsplan-Verfahren befinde sich in vollem Gange, so ein Sprecher von Aldi Nord auf Anfrage. Aldi rechne damit, dass der Bebauungsplan im Laufe des kommenden Jahres rechtsgültig werde.

Dann können auch ein Bauantrag und entsprechende Abbruchanträge gestellt werden, so der Sprecher. Die aktuellen Pläne seien eng mit der Stadt Dortmund

abgestimmt worden.

„Diese sehen unter anderem die Errichtung einer Praxisfläche, einer neuen Sparkassen-SB-Station und einer DHL-Packstation vor“, erklärt der Aldi-Sprecher. „Darüber hinaus prüfen wir die Realisierung von Elektroladesäulen sowie in Abstimmung mit DSW 21 eine Anpassung der Bushaltestelle.“

Wohnraum kann nicht gerettet werden

Da es sich bei der Sparkasse in Marten auch heute nur um ein Selbstbedienungs-Center handelt, würde sich für die Kunden nichts ändern. Während auch die Praxisfläche erhalten werden kann, sieht es für den Wohnraum, den es derzeit im Sparkassen-Gebäude gibt, eher schlecht aus.

„Wohnungen über dem Markt sind aus städtebaulichen Gründen an dieser

Stelle nicht möglich, da unser Gebäudekörper höher als die umliegenden

Gebäude würde“, erklärt der Aldi-Sprecher.

Das würde dem architektonischen Konzept, das mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt Dortmund abgestimmt ist, widersprechen. Auch Immissionsschutz-technische Gründe sowie kritische Stimmen aus der Nachbarschaft, die eine

Bebauung in dieser Höhe vehement ablehnen, seien berücksichtigt worden.

„Um dem Wunsch nach einer Mischnutzung auf der Fläche dennoch zu entsprechen, wurden die genannten Nutzungen beziehungsweise deren Erhalt geplant“, sagt der Aldi-Sprecher.

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