Aldi, Real, Edeka, Grobe und Co: „Keine Maske, keine Brötchen“

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Wer keinen Mund-Nasen-Schutz trägt, darf nicht einkaufen. So lautet die klare Ansage im Einzelhandel. Doch was passiert mit uneinsichtigen Maskenmuffeln? Wir haben im Dortmunder Westen nachgefragt.

Mengede, Huckarde, Lütgendortmund

, 02.11.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maskenverweigerer trifft man überall in unserer Stadt: in Bussen, Bahnen, in Fußgängerzonen oder in Geschäften. Viele Ordnungskräfte sind im gesamten Stadtgebiet unterwegs und kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht. Wer sich erwischen lässt und uneinsichtig zeigt, kassiert ein saftiges Bußgeld. Im ÖPNV zum Beispiel werden 150 Euro fällig.

Im Einzelhandel müssen die Angestellten darauf achten, dass sich die Kunden an die behördlich angeordnete Maskenpflicht halten. Keine leichte Aufgabe, vor allem dann, wenn sich Uneinsichtigkeit mit Aggression paart. Wir haben bei Supermärkten, Discountern und Bäckereien im Dortmunder Westen nachgefragt, wie das Personal mit Maskenverweigerern umgeht.

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Zuerst die gute Nachricht: Die Akzeptanz für die Maskenpflicht ist groß. Das berichten unisono mehrere Pressesprecher aus dem Einzelhandel sowie Jürgen Hinkelmann von der Bäckermeister Grobe GmbH auf Anfrage dieser Redaktion.

Edeka: „Im Zweifel Attest zeigen lassen“

Wer ohne Mund-Nasen-Schutz zwischen den Supermarkt-Regalen unterwegs ist oder vor der Bäckerei-Theke steht, werde in der Regel direkt vom Personal darauf angesprochen. Das berichten alle Unternehmen, die uns geantwortet haben. „Kann ein Kunde aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen, kann er trotzdem bei uns einkaufen. Der Kaufmann darf sich im Zweifel durch ein Attest die Begründung bestätigen lassen“, so Edeka-Pressesprecherin Simone Erkens.

Mangele es dem Kunden aber an genereller Einsicht, sei ein Hausverbot möglich, so Erkens. „Sollte die Situation eskalieren, kann auch die Ordnungsbehörde hinzugezogen werden. Solche Fälle sind uns aber bislang nicht bekannt.“

Grobe-Chef Jürgen Hinkelmann ist erleichtert, dass die Zahl der Maskenverweigerer abnimmt.

Grobe-Chef Jürgen Hinkelmann ist erleichtert, dass die Zahl der Maskenverweigerer abnimmt. © Stephan Schütze (Archiv)

Zweimal sei es bislang nötig gewesen, die Polizei wegen eines schwierigen Maskenverweigerers zu rufen, sagt Jürgen Hinkelmann, Chef von rund 40 Dortmunder Grobe-Filialen. Diese Vorfälle lägen aber schon eine ganze Weile zurück. „Die Zahl der Verweigerer nimmt ab.“

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Generell lautet bei Grobe die Devise „Keine Maske, keine Brötchen.“ Wer sich nicht an die Regel hält, werde des Geschäfts verwiesen, so Hinkelmann. Die Filial-Leitungen seien für solche Situationen geschult worden. „Sie sind angehalten, so lange wie möglich freundlich zu bleiben und deeskalierend zu wirken“, so der Grobe-Chef. Darüber hinaus beobachte er auch „eine relativ große selbsterzieherische Praxis“ unter den Kunden.

Real: „Maske einfach nur vergessen“

„Die meisten Personen, die einen Markt ohne Maske betreten, haben schlicht und einfach vergessen, diese aufzusetzen und tun dies in der Regel nach einem kurzen Hinweis anstandslos“, schreibt Real-Pressesprecher Frank Grüneisen.

Leider gebe es aber auch Kunden, die versuchten, die Ausnahmeregeln zur Maskenpflicht zu missbrauchen, so Grüneisen. „Wenn sich Personen dem Tragen einer Maske verweigern, ohne dafür ein gültiges ärztliches Attest vorlegen zu können, machen unsere Mitarbeiter im Sinne des Gesundheitsschutzes aller anderen Personen in dem Markt von ihrem Hausrecht Gebrauch und verweisen die Verweigerer des Gebäudes. Ein Einschalten der Behörden ist hierbei nur in den seltensten Fällen vonnöten.“

Aldi: Anwendung des Hausrechts

Ähnlich werde in den Aldi-Nord-Filialen verfahren: „Bislang spüren wir, dass ein absoluter Großteil unserer Kunden die Maskenpflicht wie auch alle weiteren Schutzmaßnahmen in den Märkten ernst nimmt. Soweit es erforderlich ist, behalten wir uns jedoch auch das Anwenden unseres Hausrechtes vor, um die aktuellen Nutzungsbestimmungen durchzusetzen und damit unsere Kunden und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, schreibt Aldi-Sprecherin Verena Lissek.

Auch in den Lidl-Märkten weisen die Mitarbeiter Kunden auf die Maskenpflicht hin. „Wir appellieren an jeden Einzelnen, verantwortungsvoll mit der Situation und rücksichtsvoll miteinander umzugehen“, so Isabel Lehmann von der Lidl-Pressestelle Deutschland.

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