Alles offen im Fußball-Derby?

Stadt schlägt DFB vier Flächen für Museum vor

29.05.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Buhlen um den Standort für das Nationale Fußball-Museum bahnt sich ein weiteres Revierderby an. Dass dabei gerüchteweise Gelsenkirchen - neben Dortmund, Köln und Oberhausen eine von vier Bewerberstädten aus Nordrhein-Westfalen - die Nase vorn hat, rief gestern bereits die FDP/Bürgerliste im Rat auf den Plan. Vor allem, dass Dortmund als einzige von insgesamt 14 Bewerberstädten noch keine Immobilie für das Museum benannt habe, sei «mehr als peinlich», kritisiert FDP-Ratsvertreter Heinz Dingerdissen. Was allerdings nicht (mehr) stimmt. Denn inzwischen habe man dem DFB vier Standortvorschläge unterbreitet, erklärte Sportdezernent Jörg Stüdemann gestern. Er bestritt auch, dass die Stadt die Bewerbung nur halbherzig betreibe. Das Problem war: Von der DFB-Zentrale habe man das Signal bekommen, dass Berlin oder Frankfurt Favorit für den Museumsstandort seien. In der vergangenen Woche fasste das DFB-Präsidium dann allerdings einen Tendenzbeschluss für einen Standort in NRW - mit Blick auf die Fußball-Begeisterung im Land und wohl auch mögliche finanzielle Zusagen der Landesregierung. Fakt ist aber auch, dass man sich in Dortmund bei der Standortwahl schwer tut. Immerhin wünscht sich der Fußball-Bund eine zentrale, innerstädtische Lage und eine Fläche zwischen 4500 und 6500 Quadratmetern, die möglichst miet- und provisionsfrei überlassen werden soll. Eine städtische Immobilien dieser Größe ist nicht im Angebot. Allenfalls Entwicklungsflächen in privater Hand. Wobei die laut RN-Informationen vorgeschlagenen Areale U- und Thier-Gelände wohl eher theoretischer Natur sind, weil es für beide Flächen bekanntlich längst andere Pläne gibt. Ein Standort in unmittelbarer Nähe des Signal Iduna Parks und das alte Schalthaus 101 auf dem Phoenix-West-Gelände stießen aber bislang beim DFB auf wenig Begeisterung. Was sich allerdings noch ändern könnte. Man habe die Verantwortlichen des Fußball-Bundes nach Dortmund eingeladen, um vor Ort über mögliche Standorte zu sprechen, erklärte Stüdemann. Die Favoritenrolle Gelsenkirchens, wo man sich - wie der Dezernent einräumt - «über die Maßen einsetzt», sieht er in jedem Falle gelassen. Stüdemann: «Bekanntlich gehen die Derbys ja nicht immer so aus, wie man es sich in Gelsenkirchen erhofft.» Oli

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