Drogen sind wie alte Milch: Matthias Thurau (34) aus Dortmund schreibt skurrile Gedichte

hzDüstere Gedichte

„Alte Milch“ heißt das neue Buch von Matthias Thurau. Darin schreibt er über Liebe, Wut, Alkohol und Drogenmissbrauch. Ein Werk wie sein Autor, sagt er selbst: „Einfach nicht mehr haltbar“.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 13.11.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach seinem ersten Roman „Sorck“ hat der Hombrucher Matthias Thurau im Oktober sein zweites Buch veröffentlicht. In „Alte Milch: Gedichte“ präsentiert der 34-Jährige genau das: 84 nachdenkliche Gedichte über Liebe, Wut, Sucht und Depression.

„Das ist ein Werk wie sein Autor. Ein Autor wie alte Milch: Einst gesund, längst sauer und einfach nicht mehr haltbar“, sagt Thurau selbstironisch.

„Diese Gedichte sind meine Geschichten, aber sie sind nicht wörtlich zu verstehen. Sie handeln nicht von mir selbst, aber von Dingen, über die ich nachdenke. Welten, die ich aus Erfahrungen und von anderen Menschen kenne.“

Thurau schreibt bildhaft und surreal

Suizidgedanken, Alkohol und Drogenmissbrauch – Matthias Thuraus Gedichte, die in den Jahren 2016 bis 2019 entstanden sind, greifen harte, abgründige Motive auf. Sie treffen einen Ton des Surrealen und der Melancholie, der auch seinen ersten Roman „Sorck“ zu einer denkwürdigen Leseerfahrung machte.

Drogen sind wie alte Milch: Matthias Thurau (34) aus Dortmund schreibt skurrile Gedichte

Die Gedichte handeln von Liebe, Wut, Drogen und Depression. © (Repro) Marc D. Wernicke

„Ich schreibe über Dinge, die nicht angenehm sind, und habe dafür nach besonderen Metaphern gesucht. So kam ich oft zu Lebensmitteln, die an sich etwas Gutes, aber auch etwas Ekliges an sich haben – wie alte Milch“, so Thurau, der sich selbst rückblickend als „keinen guten, aber einen interessierten“ Studenten der Literatur und Philosophie beschreibt.

Auf die Frage nach den Reaktionen auf seinen ersten Roman „Sorck“ gesteht Thurau, dass er bisher nicht viele Rückmeldungen bekommen hat. Als Selfpublisher veröffentlicht er seine Werke ohne die Hilfe eines Verlages, daher sei es schwierig, effektiv Marketing für sie zu betreiben.

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„Viele Leute aus meinem Bekanntenkreis haben beim Lesen sehr gelacht und eine Bekannte sagte mir, dass sie einige meiner Redewendungen aus dem Buch mittlerweile auch im Alltag verwendet“, so Matthias Thurau. Sein nächstes Werk, eine Kurzgeschichte, erscheint im Frühjahr 2020 als Teil einer Sammlung der Autorengruppe „Nikas Erben“.

Der zweite Roman ist bereits in Entwicklung

Aktuell arbeitet Thurau an seinem zweiten Roman: „Darin geht es um einen Gerichtsprozess in einer dystopischen Gesellschaft“, so Thurau. „Der Richter ist zugleich Ankläger und Henker, der an dem Angeklagten eine Art Exempel statuiert, um die Gesellschaft zu erziehen.“

„Alte Milch“ ist, ebenso wie der Roman „Sorck“, als Taschenbuch im Lebensmittelgeschäft Landgut an der Singerhoffstraße 1 und bei Lotto Seel am Baroper Marktplatz erhältlich. Es kann auch als E-Book bei Amazon gekauft werden und kostet 3,99 Euro (E-Book) oder 7,99 Euro (Taschenbuch).

Über Literatur, Persönliches und seine Tätigkeit als Autor schreibt Matthias Thurau außerdem regelmäßig auf seinem Blog: papierkrieg.blog.

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