Altlasten für Friseure und Maler

11.11.2007 / Lesedauer: 2 min

"Blasenkrebs wird sehr selten thematisiert, und wenn, dann als Randgebiet", nennt Karl-Heinz Bockelbrink, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Blasenkrebserkrankungen Dortmund, einen Grund, warum die Initiative den 1. Dortmunder Informationstag Blasenkrebs mit ärztlichen Fachvorträgen ins Leben gerufen hat. Mehr als 100 Interessierte informierten sich Samstag in Vorträgen und persönlichen Gesprächen.

"Jedes Jahr erkranken bundesweit etwa 26 000 Patienten neu an Blasenkrebs, wobei der Anteil der Männer dreimal höher ist als der der Frauen", beziffert Professor Michael C. Truß, Ärztlicher Direktor der Urologie am Klinikum Dortmund, die gestiegene Zahl der Neuerkrankungen. Zigarettenrauchen seit der mit Abstand wichtigste Risikofaktor." Außerdem seien Bewohner des Ruhrgebietes überdurchschnittlich hoch betroffen. Mit "Altlasten der Industrien wie Kokereien", erklärte er das höhere Erkrankungsrisiko. Aber auch Maler und Friseure, die in früheren Jahrzehnten bestimmte Azofarbstoffe verarbeitet haben, seien viele Jahre nach dem Kontakt mit den Stoffen stärker gefährdet.

Die Ärzte warben für regelmäßige Vorsorge sowie Nachsorge nach erforderlicher Operation, da die Prognose umso günstiger sei, je früher der Blasenkrebs diagnostiziert werde. Über die normale Urinuntersuchung hinaus rät der Urologe Dr. Robert Ludas zu zwei zusätzlichen Untersuchungen (Urinzytologie und NMP22) im Jahr, die von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht bezahlt würden. het

www.shg-blasenkrebs-do.de

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