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Amazon macht Dortmunder Schoko-Laden fit fürs Internet

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Internet-Riese Amazon entdeckt die Kleinen - und fördert Unternehmerinnen, die ihre Geschäfte digitalisieren wollen. Eine Dortmunderin baut so nun ihre Online-Filiale auf.

Dortmund

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Marie-Luise Langehenke sagt: „Eigentlich war ich lange keine Schokoladen-Esserin“. Inzwischen ist sie Inhaberin eines Schokoladen-Ladens: Mit „Pott au Chocolat“ hat sie sich auf handgemachte Pralinen in ungewöhnlichen Geschmackskombinationen spezialisiert. Nun bekommt die Unternehmerin, die seit 2008 Inhaberin des Geschäfts ist, Unterstützung von einem der ganz Großen: Amazon.

Der Online-Versandhändler und Technologie-Riese will mit seinem Programm „Unternehmerinnen der Zukunft“ fit machen für den digitalen Handel. Über 300 Bewerberinnen gab es – 20 von ihnen bekommen ein halbes Jahr lang ein professionelles Coaching für den Aufbau eines Online-Angebots, nicht nur auf Amazon.

Filiale: Online

“Unser Ziel ist, aus online eine Filiale zu machen“, sagt Marie-Luise Langehenke. „Mit dem gleichen Stellenwert und Umsatz.“ Das soll das Ergebnis nach sechs Monaten Beratung sein. Bisher steht Pott au Chocolat dabei noch am Anfang: „Am Freitag haben wir den ersten Artikel auf Amazon angeboten und am Samstag dann die erste Bestellung bekommen. Eine 16-teilige Geschenkbox.“

Pott au Chocolat hat seine Wurzeln in Dortmund. Langehenke ist in Dortmund geboren und hat hier auch Abitur gemacht. Zwei Filialen gibt es in Dortmund – an der Kaiserstraße und an der Hansastraße. Eine weitere gibt es in Frankfurt, wo Langehenke aufgewachsen ist.

Überhaupt hat die Geschichte von Pott au Chocolat viel mit der Geschichte von Marie-Luise Langehenke zu tun. Eigentlich ist die Unternehmerin Architektin. Als sie sich vor einigen Jahren eine Auszeit nehmen wollte, hat sie die Welt bereist, ihren jetzigen Mann kennengelernt und ist schließlich mit ihm in Mexiko gelandet. „Jedes Bundesland hat dort ein eigenes Kakao-Gericht.“ Von dieser Kakao-Kultur inspiriert, hat Marie-Luise Langehenke schließlich in Geburtsstadt ihre heutige Schokoladenmanufaktur eröffnet.

„Ich bin immer Assistentin“

Die Amazon-Beratung richtet sich ausschließlich an Unternehmerinnen. Und das hat offenbar auch seine Berechtigung: Zur Filiale in Frankfurt habe Marie-Luise Langehenke mal Post von der dortigen IHK bekommen. „Die war an meinen Mann adressiert, obwohl ich sowohl Geschäftsführerin als auch alleinige Inhaberin bin.“ Auch wenn Kunden anriefen, werde sie oft gefragt, ob man mit dem Geschäftsführer sprechen könne. „Ich bin immer die Assistentin“, sagt die Unternehmerin.

Ob sie sich diskriminiert fühlt? „Nein, ich fühle mich ganz gut“, sagt sie lächelnd. Tatsächlich habe sie aber den Eindruck, dass es Männern manchmal leichter falle, mit Personal umzugehen und sich zu vernetzen. Das sei eine Hürde gewesen.

Worauf es online ankommt

Damit ihr schokoladiges Geschäftsmodell auch online funktioniert, arbeitet Marie-Luise Langehenke mit einem von Amazon gestellten Berater zusammen. Denn ein Produkt im Internet zu verkaufen ist offenbar weniger einfach, als eines zu kaufen.

„Wie setze ich einen Artikel in Szene, um unter Millionen Produkten gefunden zu werden? Wie bekomme ich Kunden dazu, Bewertungen abzugeben?“ Das seien Fragen, mit denen sich die Unternehmerin beschäftigt habe. Aber auch ganz formale Dinge machen Aufwand. Um zum Beispiel auf Amazon einen „Brand Store“, also eine eigene Markenpräsenz, aufzubauen, musste „Pott au Chocolat“ zum Beispiel erstmal in Deutschland rechtlich als Marke angemeldet werden.

Bei einem ist sich Marie-Luise Langehenke sicher: „Es wird im Handel keine reinen Offliner mehr geben.“ Auch wenn der Laden weiterhin seine Berechtigung haben wird. Probieren kann man Pralinen dann ja eben doch nur vor Ort.

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