An Pfingsten zu den Quellen

Viele Hörder wanderten früher an den Feiertagen zur Syburg

25.05.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Pfingsten zu den Quellen

<p>Diese Postkarte aus dem Jahr 1913 schickte ein Sohn aus Hörde seinen in Braubach am Rhein wohnenden Eltern. Das Bild zeigt den Hörder Rathausplatz und das rechts stehende Rathaus. Archiv Garth</p>

Das weist daraufhin, dass Pfingsten genau 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Pfingsten erinnert an das biblische Ereignis, bei dem der Heilige Geist in Form von feurigen Zungen über die Jünger Jesu herabkam, wodurch sie die Fähigkeit erhielten, in allen Sprachen reden zu können. In diesem Jahr ist die Natur zu Pfingsten ungewöhnlich weit fortgeschritten. Meist war es so, dass zum ersten Mai gerade einmal das erste Birkengrün spross. Das war der Anlass zum ersten Mai, aber auch zu Pfingsten, den Frühling besonders ausgiebig zu feiern und junges Birkengrün zu schneiden. Die abgebildete Postkarte ist nach dieser typischen Frühlingssituation gestaltet. Frische Birkenstämme rahmen das Foto vom Hörder Rathausplatz ein. Rechts ist das Hörder Rathaus zu sehen. Nur das kleinere Haus in der Mitte an der Hörder Rathausstraße steht heute noch. Der Rest der am 10. Mai 1913 von Hörde nach Braubach am Rhein verschickten Karte mit Pfingstgrüßen, zeigt junges Birkengrün mit einem krabbelnden und einem fliegenden Maikäfer. An Pfingsten wurde einst zünftig die Umgebung erwandert. Die noch zahlreich vorhandenen Ausflugslokale hatten reichlich zu tun. Mancher wanderte zum nahen Brunnenkamp, der heute im Westfalenpark liegt, um sich an der Quelle, die als Jungbrunnen galt, zu laben. Zur Hohensyburg wanderte man nicht nur von Hörde, sogar von Dortmund zog der Ausflugsort Scharen an. Hier war der Petersbrunnen, der als Heilquelle galt, eines der Ziele. Die spätere Pfingstkirmes war ein weiterer Magnet. Nach den einst sehr langen Wintern war Pfingsten der erste Termin, um seine Sommergarderobe zu präsentieren. Die Bezeichnung «Pfingstochse» ist zwar allgemein bekannt, der Brauch in unseren Breiten weniger. In manchen Gegenden wurde ein fetter Ochse, der zu Pfingsten geschlachtet werden sollte, vorher geschmückt durch den Ort geführt. Ähnliches Schmücken ist vom Almauf- und Abtrieb bekannt. Die Christen besinnen sich eher auf den Ursprung des Festes, das in der Erscheinung des Heiligen Geistes begründet ist. Sie bezeichnen das Fest auch als «Geburtstag der Kirche». Willi Garth

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt