Angeklagter fühlt sich als Opfer einer gemeinen Intrige

Vorwurf: Versuchte Vergewaltigung

23.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Wer lügt und wer sagt die Wahrheit? Die Richter der 39. Strafkammer des Landgerichts stehen vor einer kniffligen Aufgabe. Eine 34-jährige Frau schilderte ihnen gestern als Zeugin Szenen, die nach einem schlimmen Beinahe-Sexualverbrechen klingen. Doch der Angeklagte (33) streitet alles ab. Es ist die Nacht auf den 18. November 2005, die die Richter interessiert. Dass die Frau und der Mann sich damals zumindest kurz trafen, scheint klar. In einer Kneipe in der Nordstadt liefen sie sich über den Weg. Alles, was danach passierte, stimmt dagegen in den Schilderungen des Angeklagten und des mutmaßlichen Opfers überhaupt nicht überein. Während der 33-jährige Autohändler behauptet, er sei mit dem Taxi zu seiner Schwägerin gefahren und habe sich dort zwar sturzbetrunken, aber absolut reinen Gewissens ins Bett gelegt, berichtet die Zeugin von schlimmen Vorfällen, die sich in der Autowerkstatt des Mannes abgespielt haben sollen. «Er bedrohte mich mit einem Schraubendreher, schlug mir ins Gesicht und zwang mich, eine halbe Flasche Whisky zu trinken», so die Frau gestern. Gerade noch rechtzeitig, bevor es zur Vergewaltigung gekommen sei, habe sie dann zum Glück aus einem Toilettenfenster flüchten können. Warum sollte die Frau diese Geschichte frei erfinden? Warum sollte sie dem Angeklagten so schwer schaden wollen? Der Autohändler hat auf diese Fragen Antworten. «Sie wollte schon die ganze Zeit etwas von mir», sagte er den Richtern. «Als ich ihr aber gesagt hatte, ich würde bei meiner Familie bleiben, muss sie sich diese Geschichte ausgedacht haben. Sie hat mir gedroht, sie würde meine Familie zerstören. Heute muss ich sagen, dass ihr das leider tatsächlich gelungen ist.» Und dann präsentierte der Angeklagte den Richtern den vermeintlichen Beweis dafür, dass die Frau die Lügnerin ist: seine Hände. «Ich bin es gewohnt, kräftig zuzupacken. Wenn ich sie wirklich ins Gesicht geschlagen hätte, wäre ihr Gesicht auseinander gefallen.» von

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