Angeklagter Ralf H. wirft Richtern „Besessenheit“ vor

Schalla-Prozess

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla zofft sich der Angeklagte weiter mit den Richtern. Am Freitag hat er sie erneut als befangen abgelehnt und ihnen „Besessenheit“ vorgeworfen.

Dortmund

, 28.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Schülerin Nicole-Denise Schalla hat sich der Angeklagte am Freitag mit den Richtern gestritten. Hintergrund ist eine Blutprobe, die die Richter von Ralf H. nehmen lassen wollen – schlimmstenfalls sogar gegen dessen erklärten Willen. An der Leiche der im Herbst 1993 ermordeten Schülerin war ein blondes Haar gesichert worden, das eindeutig nicht von der 16-Jährigen stammte. Aus diesem ließ sich zwar keine DNA mehr gewinnen, wohl aber die Blutgruppe: B.

Jetzt würden die Richter gerne wissen, ob auch Ralf H. Blutgruppe B hat. Der 53-Jährige sperrt sich aber gegen eine Blutentnahme, weil er die ganze Untersuchung für komplett unnötig hält. „Es steht doch sowieso fest, dass das Haar nicht von mir ist“, sagte er am Freitag. Er habe nun einmal keine blonden Haare.

Den Umstand, dass die Richter dennoch nicht auf die Untersuchung verzichten wollen, wertet der Angeklagte als deutliches Zeichen dafür, dass sie nicht objektiv und unvoreingenommen seien.

Nach dem Befangenheitsantrag müssen die drei Berufsrichter nun dienstliche Stellungnahmen verfassen und sich zu den Vorwürfen des Angeklagten erklären. Diese Stellungnahmen werden dann von drei anderen Richtern am Landgericht bewertet. Geben diese dem Antrag statt, platzt der Prozess. Lehnen sie ihn ab, geht die Verhandlung normal weiter. Das allerdings einmal mehr mit einer Verzögerung von mehreren Tagen.

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