Angst vor dem Corona-Winter - Keine Chancengleichheit für Gastronomen?

hzGastronomie in Dortmund

Es ist ein Unterschied, der über das Überleben eines gastronomischen Betriebes entscheiden kann. Außengastronomie scheint nicht gleich Außengastronomie - bei Überdachung von Biergärten.

Aplerbeck

, 15.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Infektionszahlen steigen, überall. Viele Gastronomen haben noch an den Folgen des Lockdown zu knabbern. Manche haben ihre Türen schon für immer geschlossen.

Im Stadtbezirk Aplerbeck scheint die Gastronomie noch halbwegs glimpflich davongekommen zu sein. Geschlossene Lokale sind noch nicht zu finden. Gelegen hat dies wohl auch an einem guten Sommer. Die Außengastronomie brummte, die Biergärten waren voll.

Gäste meiden meistens die geschlossenen Räume

So auch im Ratskeller in Aplerbeck. Aber jetzt kommt der Winter und damit auch die Angst der Gäste. Corona und eben die Ansteckungsgefahr überschatten alles. Daher meiden viele Besucher von Gaststätten auch die Innenräume, halten sich lieber im Außenbereich auf.

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Nur hier muss dann auch das Angebot stimmen. Eine wetterfeste Überdachung und eine Heizung - ansonsten kommt beim Gaststättenbesuch keine Freude auf. Und das hat auch der Aplerbecker Ratskeller vor. Eine Überdachung des bestehenden Biergartens hatten sich Silke und Marc Bosiacki gedacht.

Große Zelte im Außenbereich

So wie sie schon an zahlreichen Orten in Dortmund zu finden ist. Auch im Stadtbezirk Aplerbeck. Nur einige hundert Meter in Richtung Osten steht die Georgsklause. Hier steht schon lange ein großes Zelt im Außenbereich. Für die Raucher, aber auch für die Gäste, die ihr Bierchen lieber an der frischen Luft trinken wollen.

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Nur scheint, was das Aufstellen solcher Zelte angeht, mit zweierlei Maß gemessen zu werden, beziehungsweise andere Regeln gelten. Denn die Georsgklause hat ihr Zelt auf eine private Fläche gestellt - und der Ratskeller möchte das Zelt auf eine städtische Fläche stellen – nämlich auf den Aplerbecker Marktplatz.

Es soll der Biergarten überdacht werden

„Es handelt sich dabei um die Fläche, auf der sich eh schon der Biergarten befindet“, sagt Marc Bosiacki. Er und seine Frau Silke hatte eigentlich schon alles vorbereitet.

Gespräche mit einem Zeltverleiher waren abgeschlossen und auch die Gäste freuten sich auf den überdachten Biergarten, der während der Corona-Pandemie für Einnahmen sorgen sollte.

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„Gut, dass ich noch einmal beim Ordnungsamt angerufen hatte, bevor wir das Zelt aufgestellt haben“, sagt der Gastronom. Denn dort wurde die Bitte erst einmal abschlägig beschieden.

„Ich hätte die Heizstrahler unter Schirmen aufstellen können. Mehr sei auf einer öffentlichen Fläche wie dem Marktplatz nicht möglich“, so Bosiacki. Dabei hätte die Verwaltung doch den Gastronomen keine Steine in den Weg legen wollen.

Im Sommer eine Vergrößerung des Biergartens möglich

„Im Sommer durfte ich sogar, wegen Corona, die Fläche des Biergartens vergrößern“, sagt Marc Bosiacki. Dank einer Ausnahmegenehmigung. Bei den Bosiackis, die den Ratskeller jetzt im elften Jahr führen, geht die Angst um.

Die Angst, dass aufgrund fehlender überdachter Sitzplätze im Außenbereich die Gäste wegbleiben. „Es trauen sich viele nicht mehr in geschlossene Räume“, so der Gastronom. Dabei hat der Ratskeller eine Lüftung, die die verbrauchte Luft nach Außen abführt und frische wieder ins Innere pumpt.

Doch ein Zelt sei wichtig, um halbwegs über den Winter zu kommen. Und es könne doch kein Nachteil sein, Pächter der Stadt Dortmund zu sein, an einer öffentlichen Fläche zu liegen und daher kein Zelt aufbauen zu können, so das Gastronomen-Ehepaar.

Marc und Silke Bosiacki wollen weiter das Gespräch mit der Verwaltung suchen. Um einen Weg zu finden, dass so wichtige Zelt aufstellen zu können. Und dann halbwegs durch den anstehenden Corona-Winter zu kommen.

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