Anklage nach Unfalltragödie

DORTMUND Nach dem tragischen Unfall auf der A2, bei dem seine zwei Söhne (5/9) starben, muss der Vater aus Dortmund jetzt vor Gericht: "Wir haben Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben", erklärte Dr. Christian Kuhnert, Pressesprecher der Staatsanwalt Bochum.

von Von Andreas Wegener

, 04.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Anklage nach Unfalltragödie

<p>Sechs Menschen saßen in diesem Wagen, als der Fahrer die Kontrolle verlor. Seine zwei Söhne starben. Bock/newspic.de</p>

Es war eine unfassbare Tragödie, die sich Mitte Mai auf der A2 bei Herten abspielte: Metin C. (32) aus Eving hatte in einer Baustelle die Kontrolle über seinen Kleinwagen Mitsubishi Colt verloren und schleuderte gegen die Mittelleitplanke. Während die kleinen Jungen noch an der Unfallstelle starben, überlebte die sechs Monate alte Tochter schwer verletzt - sie war mit ihrer Babyschale aus dem Wagen geflogen. Die Lebensgefährtin (29), seine Mutter (57) und er selbst mussten ebenfalls schwer verletzt ins Krankenhaus.

Helfer erlitten Schock

An der Unfallstelle mussten auch fünf Autofahrer, die nach dem Zusammenstoß hatten helfen wollen, wegen eines Schocks behandelt werden. Notfallseelsorger betreuten die rund 50 Einsatzkräfte, die die Opfer geborgen hatten. Die Mutter der Jungen, die aus der ersten Ehe des 32-Jährigen stammten, erlitt einen Zusammenbruch, als sie vom Tod ihrer Kinder erfuhr.

Kein kind war angeschnallt

Die Ermittlungen ergaben, dass der Dortmunder trotz regennasser Fahrbahn mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in den Tempo-80-Bereich fuhr, sagte Dr. Christian Kuhnert. Zudem sei keines der Kinder angeschnallt gewesen. Wann das Verfahren vor dem Schöffengericht in Recklinghausen eröffnet wird, stehe noch nicht fest. Im schlimmsten Fall drohten dem 32-Jährigen fünf Jahre Haft.

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