Anwohner ärgern sich über hohen Neubau der Friedhofsgärtner Dortmund

hzAm Hauptfriedhof

„Alles in Ordnung“ beteuert die Friedhofsgärtner Dortmund eG in Bezug auf ihren Neubau am Gottesacker 52. Das sehen die Anwohner der benachbarten Straße Auf dem Steine jedoch ganz anders.

Wambel

, 23.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Friedhofsgärtner Dortmund eG baut seit Mai 2019 auf dem Grundstück Am Gottesacker 52 ein großes, repräsentatives und zweieinhalbgeschossiges Gebäude, in dem künftig unter anderem Büros, Besprechungsräume und eine Trauerhalle untergebracht sein werden. Wenn alles gut gehe, so Geschäftsführer Martin Struck, sei der Bau im Sommer 2020 bezugsfertig.

„Neubau nimmt Licht und Sicht“

Problem: Einige Nachbarn, die an der benachbarten Straße Auf dem Steine 2, 4 und 6 wohnen, sind ganz und gar nicht einverstanden mit dem Neubau. Weil er viel höher sei als der alte eingeschossige Flachbau, hätten sie künftig viel weniger Licht und Sicht als bisher, lautet einer der Vorwürfe.

Sie sagen: „Wir müssen künftig auch tagsüber Licht anmachen und haben dadurch einen höheren Stromverbrauch.“

Anwohner ärgern sich über hohen Neubau der Friedhofsgärtner Dortmund

Der Geschäftsführer der Friedhofsgärtner Dortmund eG, Martin Struck, beteuert: „Alles in Ordnung." © Andreas Schröter

Martin Struck erklärt, der Neubau sei nötig geworden, weil der frühere Bau erstens marode und energietechnisch auf einem vollkommen veralteten Niveau gewesen sei und zweitens, weil er der Friedhofsgärtnerei nicht mehr genug Platz geboten habe. Die Friedhofsgärtner Dortmund eG habe sich zu einem Rundum-Servicebetrieb für alles entwickelt, was mit Trauer, Tod und Begräbnissen zu tun habe. Auch Tierbestattungen gehörten inzwischen dazu.

„Wir haben alle Vorgaben eingehalten“

Man habe sich an alle Vorgaben gehalten. Der Baukörper halte den geforderten Drei-Meter-Abstand zu den Nachbargrundstücken ein und beim Bau habe man extra Geräte eingesetzt, die weniger Lärm verursachen, sagt der Bau- und Projektleiter Holger Beuter. Es habe im April 2019 eine Informationsveranstaltung gegeben, an der auch viele Anwohner teilgenommen hätten. Martin Struck lobt auch die problemlose Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund in Sachen Baugenehmigung.

Anwohner ärgern sich über hohen Neubau der Friedhofsgärtner Dortmund

Am Gottesacker 52 weist ein großes Plakat auf den Neubau der Friedhofsgärtner Dortmund hin. © Andreas Schröter

Die Anwohner kritisieren auch den Spar- und Bauverein, dem die Häuser gehören, in denen sie wohnen, und der dem Neubau nicht nur zugestimmt, sondern auch eine Grenzbebauung erlaubt habe. Ulrich Benholz, Prokurist beim Spar- und Bauverein, äußert Verständnis für den Unmut der Bewohner: „Wir verstehen die Sorge der Bewohner, denn Veränderung im gewohnten Umfeld führt häufig zu Unbehagen.“

„Mit Verdunkelung ist nicht zu rechnen“

Aber im Falle dieses Bürotrakts sei trotz der Aufstockung mit einer Verdunklung oder Verschattung nicht zu rechnen. Vielmehr stelle der Neubau eher eine Verbesserung der baulichen Gesamtsituation dar.

Weder sei mit höherem Energieverbrauch wegen Verdunklung der rückwärtigen und meist als Schlafzimmer genutzten Räume zu rechnen, noch müsse man sich als Bewohner ansonsten Sorgen um eine Verschlechterung der Wohnqualität machen. Benholz: „Das Ergebnis der bauordnungsrechtlichen Prüfung ist eindeutig und diese benennt die Abstände der Gebäude auch als ausreichend.“

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