Anwohner rätseln: Wie kam die Ringelnatter in die Dortmunder Innenstadt?

hzSchlangen-Einsatz

Eine Ringelnatter hat an der Heimbaustraße für Aufregung gesorgt. Zwar konnte die Feuerwehr sie einfangen, aber es bleibt offen, wie die Schlange in die Innenstadt kommen konnte.

21.05.2020, 10:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufregung in der östlichen Dortmunder Innenstadt: Anwohner meldeten unlängst an der Heimbaustraße der Feuerwehr die Sichtung einer Schlange.

Es hieß, dass das Reptil sich im Unterholz einer Hecke aufhalten würde. Tatsächlich fanden die Männer von der Wehr an entsprechender Stelle vor Ort eine Schlange. Rund 50 Zentimeter lang war das Tier, das im Laufe des Einsatzes eingefangen werden konnte.

Was die Helfer da aus der Hecke holten, sah zwar auf den ersten Blick furchteinflössend aus, war aber alles andere als ein Gefahrentier.

Heimische Schlangenart

Statt als Kobra oder Python entpuppte sich die Schlange als harmlose Ringelnatter, wie die Dortmunder Feuerwehr in einer Pressemitteilung informierte.

Im Anschluss an den Einsatz wurde die Ringelnatter ausgewildert. Auch wenn keine Gefahr durch die Schlange für Menschen besteht, ist der Fund einer Natter im Innenstadtbereich Dortmunds eine ungewöhnliche Sache, wie Thomas Quittek von der Dortmunder Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) anmerkt.

Schließlich handele es sich bei der Ringelnatter um eine heimische Schlangenart, die in Dortmund im Begriff war auszusterben. Die Zerstörung des Lebensraums der Tiere durch den Menschen hatte zur Jahrtausendwende dafür gesorgt, dass nur noch eine Restpopulation der Art im Naturschutzgebiet Kirchderner Wald zu finden war.

Hilfsprojekt zur Artenrettung

2004 hatten daher die Untere Landschaftsbehörde und die von Gerhard Hallmann begründete Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Dortmund (AGARD) das „Ringelnatterschutzprojekt Dortmund" ins Leben gerufen.

Von 2005 bis 2010 wurde ein Teil der Ringelnattern und ihrer Nachkommen dabei in das Naturschutzgebiet Im Siesack umgesiedelt, um dort die Population anzukurbeln.

„Die Ringelnatter trifft man überwiegend im Dortmunder Süden an, aber auch am Fredenbaum gibt es sie. Dass aber die Schlange im Innenstadtbereich für sie notwendige Lebensbedingungen vorfinden könnte, ist auszuschließen“, sagt Dr. Hans-Dieter Otterbein vom AGARD.

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Bei der Schlange, die in der Heimbaustraße aufgetaucht war, könne es sich um ein Tier handeln, das im Kirchderner Wald beheimatet sei.

„Die Schlangen sind relativ ortsgebunden, aber auf Wanderschaft bewegen sie sich gern entlang von Bahnliniennetzen. Diese strahlen eine besondere Wärme auf die Tiere aus. Daher ist sehr wahrscheinlich, dass das jetzt gesichtete Exemplar aus dem Kirchderner Wald kam“, so Otterbein.

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