Apotheken-Mitarbeiterin verlässt Unternehmen nach mehr als 47 Jahren

hzIn Alt-Scharnhorst

47 Jahre im selben Unternehmen - das schaffen heute nur noch die Wenigsten. Anette Burggräfe ist in den Apotheken der Familie Lempka in Alt-Scharnhorst eine Ausnahme.

Scharnhorst

, 26.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als 15-Jährige hat Anette Burggräfe am 1. Juli 1973 ihre Ausbildung zur Pharmazeutisch Kaufmännischen Assistentin (PKA) in der Distel-Apotheke von Herbert Lempka an der Gleiwitzstraße 67 begonnen.

Jetzt - genauer gesagt zum 1. September - geht die 63-jährig nach mehr als 47 Jahren in den Ruhestand. Zwar arbeitet sie nicht mehr in der Distel-Apotheke, aber der Familie Lempka ist sie treu geblieben.

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Als 1982 die Paracelsus-Apotheke an der Friedrich-Hölscher-Straße 377 in Alt-Scharnhorst eröffnete, wechselte sie dorthin. Chefin ist Dr. Christina Lempka, die Schwiegertochter ihres früheren Ausbilders.

Chefin Dr. Christina Lempka (l.) und ihre Kolleginnen Sandra Köhler und Anna Badeja von der Paracelsus-Apotheke werden Anette Burggräfe (3.v.l.) vermissen

Chefin Dr. Christina Lempka (r.) und ihre Kolleginnen Sandra Köhler und Anna Badeja von der Paracelsus-Apotheke werden Anette Burggräfe (3.v.l.) vermissen. © Andreas Schröter

„Ich habe versucht, sie zu überreden, noch ein bisschen zu bleiben“, sagt Christina Lempka, „aber sie wollte partout nicht.“ Und das, obwohl die Fast-Rentnerin zugibt, durchaus auch ein Tränchen im Auge zu haben. Aber ihre Freude, nicht mehr täglich zweimal die rund 30 Kilometer von und zu ihrem Wohnort in Nordkirchen-Capelle zurücklegen zu müssen, überwiege dann doch. „Zwei Rehe habe ich in der Zeit totgefahren“, sagt sie traurig. Sie habe sich jetzt ein Fahrrad gekauft und freue sich auf Touren durchs Münsterland und darauf, künftig mehr Zeit für ihren Garten zu haben.

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In ihrer langen Zeit im Beruf habe sich unglaublich viel verändert, und sie habe ständig hinzulernen müssen. „Anfangs haben wir alle Bestellungen einmal am Tag an den Großhändler durchtelefoniert. Da hatte man am Ende rote Ohren.“ Heute werden solche Bestellungen bis zu fünf Mal am Tag per Internet abgegeben. Natürlich sei sie als ganz junge Mitarbeiterin auch manchmal von den Kolleginnen auf freundliche Weise hoch genommen werden. Einmal haben se ihr weismachen wollen, dass man den Blutegeln auch regelmäßig die Zähnchen putzen müsse.

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Anette Burggräfe war spezialisiert auf das Anpassen von Kompressionsstrümpfen, und in dieser Funktion werde sie sicherlich eine Lücke reißen, die erst langsam wieder gefüllt werden müsse, sagt Christina Lempka. Die Kunden kamen in den Laden und sagten nur: „Ich muss zu Frau Burggräfe.“ Ansonsten hatte sie als kaufmännische Mitarbeiterin mit dem Publikumsverkehr an der Theke eher weniger zu tun. Als großes Plus sieht Christina Lempka an, dass mit Anna Badeja die Nachfolgerin schon fast zwei Monate dabei ist. „Da hatten wir genug Zeit für Einarbeitung und Übergabe.“

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Durch die Corona-Krise sei ihre Apotheke bislang einigermaßen gut gekommen, sagt Christina Lempka. Wichtig für eine kleine Apotheke, um sich gegen die großen Apotheken und auch gegen das Internet zu behaupten, sei gute Kundenberatung und Freundlichkeit.

An der Friedrich-Hölscher-Straße 377 arbeiten sechs Kollegen. Die Distel-Apotheke, die ihr Mann Dr. Matthias Lempka leitet, ist das Partner-Unternehmen.

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