Betreuung von Arbeitslosen: 2020 kommen zwei neue Einrichtungen und der „Jobcenterbus“

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Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter wollen 2020 einen Schwerpunkt auf Qualifizierung setzen. Zudem sollen zwei neue Anlaufpunkte direkt in der City entstehen - und ein mobiles Angebot.

Dortmund

, 26.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für 2019 haben die Agentur für Arbeit und das Jobcenter ein fast durchweg positives Fazit gezogen, trotz einer eher durchwachsenen wirtschaftlichen Großwetterlage. Auch über ihre Pläne für 2020 haben die Behörden gesprochen - darunter auch zwei neue Einrichtungen in der Innenstadt.

Qualifizierung als Schwerpunkt

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit von Jobcenter und Agentur für Arbeit werde auch 2020 die Förderung und Qualifizierung werden. Gemeinsam wollen die beiden Behörden an der Prinzenstraße am Rathaus ein Zentrum für ihr Qualifizierungsangebot schaffen.

Die Einrichtung soll, so das Jobcenter, eine offene Anlaufstelle für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu Fragen rund um berufliche Weiterbildung werden. Aktuell laufen bereits die Umbaumaßnahmen, im ersten Quartal 2020 soll das Zentrum eröffnen.

„Es sind nicht nur arbeitslose Menschen mit geringer Qualifikation, die Antworten auf den technologischen Wandel finden müssen und Perspektiven brauchen. Wir benötigen auch gute Angebote für alle Beschäftigten, die sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen oder sich weiterentwickeln wollen“, sagt Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund.

Bedarf an Fachkräften wird steigen

Qualifizierung wird auch angesichts des Fachkräftemangels 2020 eine wichtige Rolle spielen. Der Bedarf an Fachkräften werde auch im kommenden Jahr steigen, so die Agentur für Arbeit.

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Für Unternehmen werde es in den kommenden Jahren immer wichtiger, auf ungenutzte Potenziale bei den eigenen Mitarbeitern zurückzugreifen. Weiterbildung sei dabei Schlüsselfaktor. „Insofern werden wir 2020 den Fokus auch auf die Beratung von Arbeitgebern richten“, so Heike Bettermann.

Gesundheitshaus am Wall

Eine zweite neue und gemeinsame Einrichtung planen das Jobcenter und die Agentur für Arbeit im bereits bestehenden Standort am Südwall 5. Dort soll, so der Arbeitstitel, im Laufe des kommenden Jahres ein „Gesundheitshaus“ entstehen.

Auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt seien oftmals bestehende Krankheiten das größte Hindernis - ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenbeschwerden oder psychische Einschränkungen. Zusammen mit der Agentur für Arbeit und weiteren Akteuren richte das Jobcenter daher eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen ein.

Freiwilliger Service

„Das Angebot ist freiwillig. Wir üben keinen Druck oder Zwang aus, denn das ist im Falle einer bestehenden oder drohenden Krankheit nicht förderlich“, sagt Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters.

Auch der Präventions-Gedanke spiele eine Rolle. Im persönlichen Gespräch könnten zum Beispiel drohende Verschlechterungen des Gesundheitszustandes erkannt werden. Dann sollen, so das Jobcenter, frühzeitig Hilfsangebote gefunden werden: zum Beispiel eine Ernährungsberatungen, ein Fitnesskurs oder Suchtprävention.

Jobcenterbus

2020 wird das Jobcenter Dortmund auch 15 Jahre alt. Einer der Pläne für das Jahr sei auch, an mehr Standorten präsent zu sein. „Raus aus der Burg“ nennt das Jobcenter das selbst. An einigen Orten wie zum Beispiel der Tafel und der JVA sei das Jobcenter bereits vertreten. 2020 soll ein Jobcenterbus hinzukommen, der in den sozial schwachen Stadtteilen unterwegs sein wird.

Insgesamt soll die Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 2020 laut einer regionalen Prognose des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung übrigens leicht steigen. Im zweiten Halbjahr werde dann wohl eine wirtschaftliche Belebung einsetzen - was zu sinkenden Arbeitslosenzahlen führen dürfte. Die absolute Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werde in Dortmund 2020 wohl weiter steigen.

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