Von Boulevard weit entfernt: So sieht die Kampstraße mit Straßenabschnitt Friedhof in Höhe der Reinoldikirche seit gut 13 Jahren aus. © Dennis Werner (A)
Meinung

Armutszeugnis „Boulevard Kampstraße“: Stadt ist der Aufgabe nicht gewachsen

Die Stadtspitze will die City attraktiver machen. Doch das gelingt nicht, so lange die Kampstraße eine offene Wunde ist, findet unser Autor.

Das Straßenstück ist wie eine offene Wunde im Herzen des Stadtzentrums. Und sie wird sich wohl so schnell nicht heilen lassen. Denn der Umbau des „Boulevard Kampstraße“ kommt weiterhin nur im Schneckentempo voran.

Zur Erinnerung: Die Pläne für den Straßenumbau stammen aus dem Jahr 1998. 2008 verschwand die Straßenbahn unter die Erde und machte den Weg frei für die Neugestaltung des Ost-West-Straßenzugs mitten durch die City.

Doch über die beiden Ende mit der Westentorallee und dem Brüderweg kam man bislang bei der Umgestaltung nicht hinaus. Jahrelang schleppten sich die Planungen hin – bis sogar 2013 bewilligte Fördermittel in Millionenhöhe in den Wind geschrieben werden mussten.

Im Mai dieses Jahres begannen dann Bauarbeiten am Reinoldipylon, die aber wenige Monate später gestoppt werden mussten. Wegen unvorhersehbarer Bauschäden, wie es hieß. Und es steht die Frage im Raum, ob ähnliche Probleme auch auf dem weiteren Bauabschnitt in der Kampstraße über dem Stadtbahntunnel drohen.

Jetzt zieht das städtische Tiefbauamt gewissermaßen die Reißleine: Es will für den weiteren Umbau einen externen Projektsteuerer zur Hilfe holen. Das ist nichts anderes als eine Kapitulation – und das späte Eingeständnis, dass man als Fachamt für Bauen der für die City so wichtigen Aufgabe nicht gewachsen ist. Ein Armutszeugnis.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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