Ein Arzt aus Dortmund baut ein Krankenhaus in Ghana – und braucht dringend Hilfe

hzKrankenhaus in Ghana

Ein Unfallchirurg aus Dortmund baut ein Krankenhaus in Ghana, um vor allem Kindern zu helfen. Jetzt braucht das Projekt Hilfe – ein wichtiger Lagerplatz für Sachspenden fällt weg.

Mitte, Lünen

, 04.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor rund zehn Jahren hat das große Projekt begonnen: Dr. Samuel Okae, Unfallchirurg am Klinikum Dortmund, war erschüttert darüber, dass in Ghana viele Kinder sterben müssen, weil ihre Eltern kein Geld für eine Behandlung haben.

„In Ghana sterben viele Kinder an Malaria – dies ist die häufigste Todesursache im Land. Dies möchte ich in Zukunft mit dem Prinzip der Solidaritätsmedizin verhindern.“

Ein Arzt aus Dortmund baut ein Krankenhaus in Ghana – und braucht dringend Hilfe

Samuel Okae zusammen mit Hendrik Wilp, einem Maler aus Emsdetten. © Samuel Okae

Solidaritätsmedizin – das bedeutet, dass wohlhabende Ghananeser, die sich in einem Krankenhaus behandeln lassen, etwas mehr Geld für ihre Behandlung bezahlen. Von diesem Geld können dann Kinder von armen Familien mitbehandelt werden.

Ein großer Teil der Klinik steht bereits

Doch dazu braucht man zuerst einmal ein Krankenhaus. Okae kauft also 2009 ein Grundstück etwas nördlich von Accra, der Hauptstadt Ghanas. Heute steht bereits ein großer Teil der Klinik.

Vieles organisiert der fünffache Familienvater von Dortmund aus, schickt Seecontainer mit Baumaterialien und Mobiliar nach Ghana. Aus einer ausrangierten Klinik in Bad Säckingen darf er zum Beispiel Fensterrahmen, Türen und Handläufe ausbauen lassen.

Jetzt lesen

Auch Ärzte aus der Umgebung haben schon Inventar aus ihren Praxen gespendet. Die Containertransporte werden dann durch Spendengelder ermöglicht - denn die Verschiffung eines Containers kostet um die 12.000 Euro. Okae hat selbst mittlerweile Hunderttausende Euro Privatvermögen in die Klinik gesteckt.

Freiwillige Helfer aus Deutschland machen mit

Die Klinik weiß der 39-jährige Arzt in guten Händen: Die Bauaufsicht hat ein befreundeter Ingenieur aus Ghana. Auch Okaes Eltern und seine Schwester haben ein Auge auf die Baustelle.

Am liebsten ist es Samuel Okae aber, wenn er selber vor Ort sein kann. Jedes Jahr verbringt er einen Teil seines Urlaubs in Ghana, um die Baustelle voranzutreiben. Vier Wochen war er dort, hat unter anderem mit einem Maler und zwei Fliesenlegern aus Deutschland, die freiwillig und kostenlos helfen, an der Innenausstattung gearbeitet.

Gerade ist Okae zurückgekehrt - und hat seine Arbeitskleidung wieder gegen den OP-Kittel ausgetauscht. Denn seit seiner Rückkehr übernimmt der Chirurg so viele Schichten wie möglich im Klinikum Dortmund.

Ein Arzt aus Dortmund baut ein Krankenhaus in Ghana – und braucht dringend Hilfe

Petra Griewel und ihr Mann Hans-Georg helfen dem Dortmunder Arzt Dr. Samuel Okae seit mehreren Jahren dabei, ein Krankenhaus in Ghana zu bauen. © Martina Niehaus

„Als er zurückkam, habe ich mir Sorgen gemacht, wie dünn er geworden ist“, erzählt Petra Griewel und lacht. Die 62-jährige Lünerin unterstützt das Projekt gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Georg Griewel. Sie hat Okae 2017 kennengelernt, als sie durch Artikel auf das Projekt aufmerksam wurde. „Ich wusste: Das ist ein Mann, dem ich helfen muss.“

Problem: Ein großer Lagerraum fällt bald weg

Besonders wenn es um die Organisation der Transporte und das Sammeln von Spenden geht, kann Petra Griewel helfen. Aktuell gibt es nämlich ein dringendes Problem: Ein großer Lagerraum für die Sachspenden steht demnächst nicht mehr zur Verfügung.

Jetzt lesen

„Zweieinhalb Jahre hatten wir die Erlaubnis, unsere Sachen in der Kornbrennerei und Likörfabrik der Familie Krämer am Schwanenwall zu lagern. Das war sehr nett“, erzählt Petra Griewel. Doch das alte Gebäude soll demnächst einem Neubau weichen. Dann ist auch der 350 Quadratmeter große Lagerraum Geschichte.

„Alle Sachen müssen so bald wie möglich in Containern nach Ghana verschifft werden“, sagt Petra Griewel. Dazu gehören Säuglings- und Kinderbetten, aber auch Röntgengeräte, OP-Lampen und anderes Klinikzubehör.

Wer das Projekt unterstützen möchte, ist willkommen. „Ich möchte mich jetzt schon bei allen bedanken, die uns bisher unterstützt haben - durch Geld- oder Sachspenden oder auch durch eigene tatkräftige Hilfe“, betont Samuel Okae. Wenn alles gut läuft, kann das Krankenhaus Mitte 2020 die Ambulanz-Türen für Kinder aus Ghana öffnen.

So kann man dem Krankenhaus helfen

  • Wer Dr. Samuel Okae und sein Team unterstützen möchte, kann dies mit Geld- oder Sachspenden tun. Auch bei der Organisation ist Hilfe nötig: „Es wäre toll, wenn uns jemand einen 40-Fuß-Container spenden könnte. Oder wenn uns jemand für das Verladen der Dinge einen Lkw kostenlos zur Verfügung stellen kann“, sagt Petra Griewel. Auch ein Sprinter würde helfen.
  • Für die Rückseite des Gebäudes benötigt das Krankenhaus noch 20 kleine Fenster (70 x 70).
  • Weil ein Containertransport sehr teuer ist, sind Geldspenden willkommen. Das Spendenkonto „Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.“ hat die IBAN DE4144 0400 3703 2222 1300, BIC: COBADEFFXXX
  • Wer selbst helfen möchte oder seine Hilfe anderweitig anbieten kann, kann sich bei Dr. Samuel Okae per Mail unter odurookae@gmx.de melden. Infos gibt es auch auf der Homepage: www.krankenhaus-ghana.com
Lesen Sie jetzt