ATV Dorstfeld: Sorge um Jugendliche wegen der Corona-Zwangspause

hzNachwuchsarbeit in Coronazeiten

Durch seine Jugendarbeit hat sich der ATV Dorstfeld einen Namen gemacht. Jetzt müssen die jungen Sportler wieder wochenlang zuhause bleiben. Der Vorsitzende sorgt sich um den Nachwuchs.

Dorstfeld

, 30.10.2020, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ATV Dorstfeld sieht sich selbst als Halt für die Jugend in einem sozial schwierigen Stadtteil. Deshalb hat es den Vorsitzenden Karl-Otto Galler sehr getroffen, mit welchen Argumenten im September in Dorstfeld Wahlkampf betrieben wurde.

Das große Thema in Dorstfeld sei der Umbau der alten Zechenkaue in das Bürgerhaus „Pulsschlag“ für Dorstfeld gewesen. Und als ein Grund für die Dringlichkeit des Projektes wurde genannt, die Dorstfelder Jugend brauche eine Anlaufstelle. „Da konnte man das Gefühl bekommen, dass es in Dorstfeld für Kinder und Jugendliche nichts gibt“, sagt der ATV-Vorsitzende Karl-Otto Galler.

Das Bild von Dorstfeld wieder gerade rücken

Das wiederum nahm Galler als Kritik an der Arbeit der Dorstfelder Vereine wahr. „Wir haben drei große Vereine in Dorstfeld, die Eintracht, den SC und uns, den ATV. Wir bieten Hunderten von Kindern und Jugendlichen einen Anlaufpunkt.“

Auch wenn ihm eines bewusst ist – „In der Politik geht es auch darum, mal auf die Pauke zu hauen, damit man Geld für so ein großes Projekt bekommt.“ – wünscht er sich, dass das Bild der Jugendarbeit in Dorstfeld geradegerückt wird.

Wie wichtig die sportlichen Angebote sind, hat Karl-Otto Galler nach dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr gesehen. „Die Kinder und Jugendlichen waren so froh, ihre Freunde wiederzusehen.“

Viele Angebote unter einem Dach

Das war für ihn und die Ehrenamtlichen des ATV Dorstfeld Motivation, den Sportbetrieb unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Und das ist beim ATV eine große Aufgabe, denn der Verein ist Heimat für mehr als 1100 Menschen, die hier vielen Sportarten nachgehen.

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Handball, Turnen und Gymnastik in der Halle Kortental, Tennis auf den sechs Plätzen hinter der Halle sowie Schwimmen und Aquafitness im benachbarten Westbad.

Schwierige Vorbereitung auf Hauptversammlung

Vor allem die Pflege der Halle und des Tennisplatzes, beides im Eigentum des Vereins, geht ins Geld. Und Geld ist so eine Sache: In diesem Jahr nahmen die ATV-Mannschaften zwar an Wettkämpfen teil, doch Einnahmen aus dem Verkauf von Würstchen oder Getränken blieben coronabedingt aus.

Mit Bauchschmerzen plant der Vorstand die Jahreshauptversammlung im März. „Wir müssen den Mitgliedern ja eine Prognose über die Entwicklung unserer Einnahmen machen“, berichtet Pressewart Wolfgang Höhne.

Verein baut auf Treue der Mitglieder

Solche Prognosen sind wegen der Pandemie nicht möglich. Karl-Otto Galler baut deshalb auf die Treue der Mitglieder. Ohne Corona-Einnahmen braucht der Verein die Mitgliedsbeiträge, um die Kosten für Sportstätten, die Trainer und bei Sportveranstaltungen für die Schiedsrichter zu tragen. Nur dann kann der ATV sein selbstgestecktes Ziel erreichen, ein Halt für die Dorstfelder Jugend zu sein.

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