Auch Menschen mit Behinderung wollen in die digitalen Welten. Das neue Piksl-Labor hilft

hzDigitale Inklusion

Digitale Teilhabe ist ein großes Thema. Menschen mit Behinderungen möchten nicht ausgeschlossen sein. Das Piksl-Labor, ein Bethel-Projekt, hat aber auch die Wirtschaft im Blick.

Mitte

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das kreative Erlebnislabor ist seit Anfang des Monats an der Hohen Straße im Kreuzviertel zu Hause. Die Abkürzung Piksl steht dabei für „Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben“ – und genau dies wird hier mal spielerisch, mal wissenschaftlich und immer gemeinschaftlich umgesetzt.

„Wir sind in unseren Einrichtungen immer wieder darauf angesprochen worden, dass unsere Klienten gerne den Zugang zum Internet und der digitalen Teilhabe wollen“, so Andrea Gerards von Bethel-Regional als Träger des Projektes. Im Labor geht es einerseits um die Vermittlung von digitalen Kompetenzen. Vor allem geht es aber um erlebbare, barrierefreie Teilhabe, da dieses Labor Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen bringt, um Innovationen durch Inklusion zu verwirklichen.

Einzigartig in Dortmund und Umgebung

Nach einer Projektphase und ersten Angeboten wurde nach den Beispielen der Labore in Bielefeld und Düsseldorf das Dortmunder Labor konzipiert. Die hellen, mit modernster Technik ausgestatteten Räumlichkeiten sind barrierefrei zugänglich und sollen auch ein Angebot für die Nachbarschaft im Kreuzviertel sein. Die Zielgruppen sind weit gefasst: Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung, Senioren oder auch Kinder und Jugendliche, das Labor steht jedem offen.

Hier wird der Umgang mit neuen Medien, dem Internet, dem Computer, Tablets oder Smartphones gelernt und Medienkompetenz vermittelt. Dazu sollen zukünftig Angebote und Dienstleistungen wie Softwareschulungen, Fotoprojekte, Einkaufsberatung oder die Produktion virtueller Welten kommen. Ein Schwerpunkt wird auf das Thema „Virtual Reality“ gelegt. 3D-Brillen und verschiedenste digitale Welten können im wahrsten Sinne erlebt werden.

Ob es ein Wasserprojekt in Afrika oder eine Dokumentation über eine Bethel-Einrichtung – hier ist alles möglich. „Das ist im Speziellen auch für Menschen mit Angstzuständen oder Phobien interessant, für die diese digitalen Welten eine Art Therapie sein können", erklärt Einrichtungsleiterin Gerards.

Gelebte Inklusion auf Augenhöhe

Die Fokussierung auf Fähigkeiten und Fertigkeiten des Einzelnen ist genauso wichtig wie der Wunsch, dass mehr Menschen an der digitalen Welt partizipieren können. So werden in dem neuen Labor nicht nur Barrieren abgebaut oder digitale Inklusion gelebt, es werden auch besondere Experten geschult. Denn Menschen mit Behinderung sind Experten zum Thema Barrierefreiheit.

Diese Kernkompetenz wird hier gestärkt und praktisch angewandt. Zukünftig auch mit dem Ziel, Unternehmen oder Organisationen, die in der digitalen Welt agieren, für die Gestaltung inklusiver und barrierefreier Produkte und Dienstleistungen zu sensibilisieren und sie dann aktiv bei der Umsetzung zu unterstützen.

Auch Menschen mit Behinderung wollen in die digitalen Welten. Das neue Piksl-Labor hilft

Virtuelle Welten erleben - so sieht es für Außenstehende aus, während die Nutzerin gerade in eine animierte Welt eintaucht. © Didi Stahlschmidt

Bei der Eröffnung des „PIKSL Labors“ in diesem Monat konnte man sich ein erstes Bild machen. Der Andrang war riesig: So probierten Menschen mit und ohne Behinderung die digitalen Brillen aus, surften im Internet oder waren mit einer Kamera unterwegs.

PIKSL Labor Dortmund, Hohe Straße 69 | Kontakt: Andrea Gerards, andrea.gerards@bethel.de, Tel.: 0231-534-250-101, mobil: 0170-8522057 | Öffnungszeiten: Di und Mi 10-13h, Do und Fr 15-18h, Sa 13-16h | www.piksl.net

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt