Wiederholt Grab-Dekoration gestohlen: „Was sind das für Menschen?“

hzFriedhof-Diebstähle

Manfred Mesa ist verzweifelt: Ständig verschwinden Blumen, Vasen und Figuren vom Grab seiner Frau. Und er ist nicht das einzige Opfer der Friedhof-Diebstähle in Huckarde.

Huckarde

, 17.07.2020, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Grab von Erika Mesa ist liebevoll dekoriert. Blumen und Figuren zieren die grau marmorierte Grabplatte. Manfred Mesa pflegt das Grab seiner vor 13 Jahren verstorbenen Frau regelmäßig. Mindestens ein Mal pro Woche sieht er nach dem Rechten und gießt die Blumen.

Doch immer wieder wird der Friedhof-Besuch in Huckarde für ihn zum Ärgernis. „Anfangs habe ich vier Vasen mit Blumen rund um die Grabplatte aufgestellt“, erzählt Manfred Mesa. „Aber damit habe ich schnell aufgehört. Ständig waren die Vasen, die Blumen oder beides weg.“

Auch eine Figur sei von dem Grab seiner Frau verschwunden. Die neueren Figuren blieben zumindest bislang von Friedhof-Diebstählen verschont. Anstelle der Vasen bepflanzt Manfred Mesa inzwischen Blumenschalen. Doch nun machen auch die Probleme.

Große Blumenschale wurde gestohlen

Noch am Samstag (11.7.) habe er nach den Blumen gesehen. Am Sonntagabend (12.7.) sei dann die größte der bepflanzten Schalen verschwunden gewesen. „Das reicht mir jetzt, das ist zu viel“, sagt er. „Was sind das denn für Menschen?“

Manfred Mesa glaubt nicht an ein persönliches Motiv. Denn auch von anderen Gräbern auf dem Huckarder Friedhof wird laufend die Dekoration gestohlen. Auch Vasen, Blumen und kleine Hecken verschwinden.

„Das ist ja niemand, der einen hasst, der das macht“, sagt Manfred Mesa. „Die Leute nehmen das vermutlich für ihre Gärten mit oder wollen einfach irgendetwas kaputt machen.“ Für diejenigen, die die Gräber liebevoll dekorieren und pflegen, sei das jedoch ein Schlag ins Gesicht.

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Das Problem: Der Friedhof in Huckarde ist wie viele andere Friedhöfe auch von mehreren Seiten aus zugänglich. Den Bereich umfassend zu kontrollieren, ist schwierig. Vor knapp zwei Jahren habe er dennoch versucht, eine verstärkte Polizeikontrolle zu erwirken, so Manfred Mesa.

Damals hatten Unbekannte weißen Steinabrieb auf dem Grab seiner Frau und auf den Wegen verteilt. Passiert sei jedoch nichts. „Es ist ja auch schwierig, die Leute zu schnappen, da müsste ja jemand Tag und Nacht aufpassen“, sagt Manfred Mesa.

Weniger Kriminalität auf Friedhöfen

Die Stadt Dortmund spricht indes von einem Rückgang der Kriminalität auf Friedhöfen. Dafür sorge, dass seit der Corona-Krise dort mehr los ist - deutlich mehr Dortmunder als zuvor nutzen Friedhöfe für Spaziergänge.

Diese soziale Kontrolle mache Vandalismus schwieriger und senke auch die Zahl der Diebstähle. Das kann Manfred Mesa allerdings nicht bestätigen. In den letzten Wochen sei auf dem Huckarder Friedhof „einiges weggekommen“.

Die Dortmunder Polizei kann auf Anfrage dieser Redaktion zwar keine genauen Zahlen nennen, macht aber ähnliche Angaben wie die Stadt Dortmund. „Wir können aus den angezeigten Fällen keine Häufung ableiten – im Gegenteil“, sagt Polizei-Pressesprecherin Kristina Purschke.

Weniger Diebstähle als im Vorjahr

Aktuell bewege sich das Niveau deutlich unter dem des Vorjahres, bezogen auf alle Friedhöfe im Zuständigkeitsbereich des Polizei-Präsidiums Dortmund. Genauso wie andere öffentliche Bereiche auch gehören Friedhöfe grundsätzlich zum Stadtbild und somit zum möglichen Einsatzbereich der Polizei, so Kristina Purschke.

Wenn die Polizei von einer Straftat auf einem Friedhof Kenntnis erhalte, werde sie somit dort tätig. „Ebenso nehmen wir grundsätzlich Bereiche stärker in den Fokus, die durch Störungen wie Straftaten auffällig werden“, erklärt Kristina Purschke.

Bei den Dortmunder Friedhöfen sei das aktuell jedoch nicht der Fall. Allerdings werde auch nicht jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht.

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