Aus dem Leben eines Fahrrades

15.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Tragödien und Komödien sind sie ebenso zuhause wie im Roadmovie oder im Märchenfilm. Davon überzeugten die 22 Absolventen der Werbe- und Medien-Akademie Marquardt (WAM) etwa 600 Filmfans bei der Präsentation ihrer Abschlussarbeiten am Montagabend im Cinestar.

Seit sie zehn Jahre alt ist, weiß Sarah König, dass sie Filme machen will. Im Team mit ihren Kommilitonen Philipp Toyka und Sebastian Dick hat sie beim Roadmovie "Post von Sally" Regie geführt. Es ist die Geschichte eines alternden Transvestiten, der aus seinem Zimmer im Altenheim wehmütige Rückblicke auf seine Kindheit und auf gefeierte Bühnenauftritte wirft. "Natürlich ist es toll, den Film auf der großen Leinwand zu sehen", beschreibt König das Gefühl. Zufrieden sei sie aber nie, wenn ein Film fertig ist.

So geht es auch den Machern des Märchenfilms "Lola & das Gänseblümchen", die bis zum Schluss an ihrem Film arbeiteten. Hier besticht vor allem die Rahmenhandlung, in die die Geschichte des Mädchens Lola und ihres Teddys gebettet ist (Foto). Eine Märchenerzählung in Scherenschnitten mit einer Technik, die Erinnerungen an Super8-Filme weckt.

Ohne Worte kommt "Die Leeze", das Portrait eines Fahrradlebens aus, das von originellen Details und ungewöhnlicher Kameraführung lebt. Wie etwa Großaufnahmen der rostigen Einzelteile, die sich erst allmählich als Fahrrad identifizieren lassen. Oder die beschämt abknickende Lampe, als ein Mann gegen das Fahrrad pinkelt.

Damit noch mehr Menschen die professionell produzierten Streifen sehen können, bieten die Absolventen ihre Filme für Festivals an oder versuchen, die Senderechte zu verkaufen.

Und die Macher? "Ich werde mich in meiner Heimat Karlsruhe als Filmemacherin selbstständig machen", plant Sarah König, während Kollege Toyka zunächst Produktionserfahrung bei einem Werbeunternehmen sammeln will. Heike Thelen

www.dieleeze-derfilm.de

www.jackpot-derfilm.de

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