Aus Diaspora zum Ort der Gemeinschaft

80 Jahre St. Stephanus-Kirche Deusen

30.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Am Pfingsttag, dem 6. Juni 1927, weihte der Geistliche Rat, Dechant Röttgers, im Auftrag des Bischofs von Paderborn die St. Stephanus-Kirche. Damit endete ein jahrzehntelanger Zustand, den Domkapitular Pieper aus Paderborn 1924 als «Diaspora-Elend» bezeichnet hatte. Nur eine der vielen Geschichten, die sich um das Gotteshaus ranken. Und die sicher am Sonntag (3.6.) zum Besten gegeben werden, wenn die Deusener 80 Jahre Kirchweihe feiern (siehe Programm unten). An diesem Tag werden auch Tafeln aufgestellt, auf denen Fotos aus 80 Jahren zu sehen sind. An einer kleinen Chronik, die mündlich vorgetragen werden soll, arbeiten der Pfarrgemeinderat unter der Leitung von Klara Meschke und das Ehepaar Wilhelm und Ingrid Wehr (kleines Foto). Zu erzählen gibt es reichlich. Weil die Deusener Katholiken noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Gottesdienste in den umliegenden Kirchen in Huckarde, Eving oder Mengede besuchen mussten, wandten sie sich mehrfach an die Muttergemeinde St. Remigius Mengede um Hilfe. Eine Notkapelle, später auch die Sakristei, die in der damaligen Michael-Schule untergebracht waren, linderte die erste Not. «Der Herrgott unter den Dachpfannen», so nannten die Deusener diesen Zustand. Spendenaufrufe, Anträge an Ministerien und Stadt, um bauen zu können, fruchteten aber zunächst nicht. Auch dank des Engagements des Pfarrvikars Walter Scharlewski und der Spendenfreudigkeit der Deusener und von Firmen konnte der Bau der Kirche schließlich gestemmt werden, nachdem die Stadt 1925 die Erlaubnis gegeben hatte, auf dem städtischen Grundstück an der Deusener Straße bauen zu dürfen. 1951 kaufte die Gemeinde dann das Areal. Als die Kirche stand, musste die Gemeinde nicht lange auf Zuwachs warten. Die neue Siedlung brachte viele «Schäfchen». Bis zu 1400 Mitglieder zählte die Gemeinde in den 1930er Jahren. Am 5. Mai 1943 der Rückschlag: Beim Bombenangriff wurde die Kirche beschädigt. Es dauerte noch Jahre, bis das Gotteshaus wieder vollständig zu nutzen war. Die Geschichte der Kirche ist auch die Geschichte der geistlichen. Vor allem Pfarrer Albert Dillier (kleines Foto) der 28 Jahre lang bis 1990 die Geschicke der Gemeinde leitete, hat Spuren hinterlassen. Ebenso Pfarrer Bernhard Dlugosch, in dessen Amtszeit viele Renovierungsarbeiten und der Bau des nach Pfarrer Dillier benannten Gemeindehauses fiel. Heute hat die Gemeinde keinen «eigenen» Pfarrer mehr, sondern lebt den Pastoralverbund mit den Huckarder Gemeinden. Die St. Stephanus-Kirche aber ist laut Pfarrsekretärin Ingrid Wehr nach wie vor ein Ort, «an dem das Gemeinschaftsgefühl gelebt wird.» Bre Dieses Gemeinschaftsgefühl wird auch am Sonntag (3.6.) zum Tragen kommen. Um 14 Uhr beim Festhochamt in der Kirche, beim anschließenden Kaffeetrinken im Pfarrer-Dillier-Haus und bei den Kinderspielen auf der Festwiese, dem Auftritt der Mädchentanzgruppe des TuS Deusen (ca. 17 Uhr) sowie bei Musik und Tanz mit DJ Deti (ab 18 Uhr).

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