Aus für Kultur- und Bürgerzentrum in Marten: Wut, Enttäuschung und eine überraschende Reaktion

hzGescheitertes Bauprojekt

Die gescheiterten Pläne für das Kultur- und Bürgerzentrum in Marten rufen vor allem eine Reaktion hervor: Frust auf ganzer Linie. Der Hauptbetroffene allerdings reagiert unerwartet.

Marten

, 28.01.2020, 13:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Martin Schmitz brodelt: „Zuerst machte die CDU-Landesregierung die Zwar-Zentralstelle platt, jetzt kommt der zweite Knaller. Die CDU zerschießt auch die Schulmuseumspläne.“ Dass die Pläne für das neue Kultur- und Bürgerzentrum in Marten gescheitert sind, trifft den Vorsitzenden der Martener SPD hart.

Der neue Treffpunkt für einen ganzen Stadtteil sollte parallel zur Sanierung und Modernisierung des Westfälischen Schulmuseums gebaut werden. Die abgelehnte Förderung durch das NRW-Heimatministerium hat diesen Traum vieler Martener nun zum Platzen gebracht.

„Marten hat bei der CDU keine Lobby“

Und noch etwas wurmt Martin Schmitz: „Der CDU-Ratsherr aus unserem Stadtbezirk (Heinz Neumann, Anm. der Redaktion) jubelt auch noch darüber. So viel ,Heimat‘-Liebe hält man gar nicht aus. Marten hat bei der CDU keine Lobby.“

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Es wäre ein wichtiges Signal gewesen, sagt Schmitz, den Stadtteil wieder in ein positives Licht zu stellen und einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen aus Marten und darüber hinaus begegnen können.

„Besonders leid tut es mir für die Bürgerschützen, die ein wichtiger gesellschaftlicher Anker in Marten sind. Sie werden von der CDU in Stadt und Land im Stich gelassen.“ Und weiter: „Wir fordern von der CDU, ihre negative Haltung gegenüber Marten endlich aufzugeben.“

Bürgerzentrum wäre ein Alleinstellungsmerkmal gewesen

Mehr als enttäuscht ist auch das Martener Forum darüber, dass die Pläne für Martens Leuchtturmprojekt ad acta gelegt wurden: „Wir sind sehr traurig“, sagt Forums-Sprecherin Monika Rößler.

Auch für sie sei es absolut nicht nachvollziehbar, dass sich Ratsvertreter Heinz Neumann öffentlich über das gescheiterte Projekt freut. „Wie kann man nur?“, fragt Rößler.

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Für Marten als benachteiligten Stadtteil wäre das Kultur- und Bürgerzentrum ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal gewesen. „Hier hätte es spannende Geschichten geben können.“ Man wolle aber auf jeden Fall weiterkämpfen, erklärt Monika Rößler.

Aus für Kultur- und Bürgerzentrum in Marten: Wut, Enttäuschung und eine überraschende Reaktion

Das unter Denkmalschutz stehende Schulmuseum war erst kürzlich Motiv einer Postkartenserie, die das Heimatmuseum finanziert hatte. © Archiv

Frank Meyer, Grünen-Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund, hatte ebenfalls auf einen positiven Bescheid aus Düsseldorf gehofft. „Für Marten sind das schlechte Nachrichten.“ Ein Kultur- und Bürgerzentrum wäre eine wichtige Stütze für den Stadtbezirk gewesen.

Hans Jürgen Schröder, CDU-Sprecher in der BV Lütgendortmund, reagiert völlig anders als sein Parteikollege Heinz Neumann. „Die Dorstfelder bekommen ein Begegnungszentrum für fünf Millionen Euro. Warum nicht auch Marten? Nur damit kann man Bürgernähe schaffen.“

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Die Reaktion des Bürgerschützenvereins Marten, der als Mieter im Neubau im Gespräch war, indes überrascht: „Wir nehmen die Nachricht mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis“, sagt der 2. Geschäftsführer Reiner Gallen in Vertretung der Vorsitzenden Angelika Rudoff.

„Natürlich wäre ein neues Heim schön gewesen, doch die Miete hätten wir wahrscheinlich gar nicht zahlen können. Wir haben eine finanzielle Belastung befürchtet“, so Gallen.

Nun habe der Verein für die nächsten fünf Jahre Planungssicherheit. Total unglücklich sei man mit dem Pavillon, der als Schützenheim dient, auch gar nicht: „Das Dach, der Außenanstrich und die Gas- und Wasserleitungen sind neu. Das ist alles in Ordnung so“, sagt Gallen.

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