Ausgediente Container bilden Schandfleck in Kirchderne

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Wem gehören die verwahrlosten Container, die am Karrenberg vor sich hingammeln? Diese Frage stellen sich die Anwohner Kirchdernes. Und sie ärgern sich über einen weiteren Schandfleck.

Kirchderne

, 19.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbenutzte Container, wie sie auf Baustellen als Aufenthaltsort für die Bauarbeiter benutzt werden, stehen auf einer Wiese neben der Straße Im Karrenberg in Kirchderne. Gemeint ist der für den Autoverkehr abgesperrte Teil der Straße, der den Grüggelsort mit der Derner Straße verbindet - der „kleine Karrenberg“, wie die Kirchderner das Stück nennen.

Die Container wirken verwahrlost, und Stromkabel hängen unangeschlossen an den Seiten heraus. Ein Nutzer im sozialen Netzwerk Facebook meint dazu: „Diese sieben Container stehen mittlerweile seit fast einem halben Jahr (unbenutzt) dort. Auf der vergangenen Bürgerversammlung wurde das Thema bereits angesprochen, damals noch ohne Erkenntnis.“ Gemeint ist die Bürgerversammlung, die der SPD-Ortsverein Kirchderne regelmäßig unter anderem im Vereinsheim von Viktoria Kirchderne anbietet.

Rund um Kirchderne werden Gewässer renaturiert

Neue Erkenntnisse allerdings gibt es heute wenige: Der ehemalige Ratsvertreter Bruno Schreurs (SPD) vermutete zunächst, die Container könnten in Zusammenhang mit der Renaturierung der Gewässer rund um Kirchderne stehen - der zuständige Lippeverband jedoch betont, dass die Container nicht daher stammen. Es könne sein, dass der Besitzer der Container die Fläche gepachtet habe, um sie dort abstellen zu dürfen, so Schreurs weiter. Er versuche, Näheres herauszufinden und habe auch die Stadtverwaltung dazu eingeschaltet. Die teilt nun via Pressesprecher Christian Schön Folgendes mit: „Der private Grundstückseigentümer ist aufgefordert worden, die Container zu entfernen.“ Um eine abfallrechtliche Ordnungswidrigkeit handele es sich jedoch nicht. Auch der Tatbestand der illegalen Abfallbeseitigung sei nicht erfüllt. Das habe eine Ortsbesichtigung durch das Umweltamt am 17. Februar ergeben.

„Das ist ein Landschaftsschutzgebiet“

Bruno Schreurs findet diese Landschaftsverschandelung umso ärgerlicher, weil das betreffende Gebiet schließlich Landschaftsschutzgebiet sei, in dem solche Container seiner Ansicht nach keinesfalls stehen dürften. Er selbst habe sich als Ratsvertreter vor rund zehn Jahren dafür eingesetzt, dass die Straße von der Derner Straße aus für den Autoverkehr abgesperrt wurde. Seither sei das wilde Ablegen von Müll in diesem Bereich weniger geworden.

Dieses Grundstück an der Derner Straße (in Fahrtrichtung Derne direkt hinter der B236-Brücke) galt und gilt als Gammelgrundstück

Dieses Grundstück an der Derner Straße (in Fahrtrichtung Derne direkt hinter der B236-Brücke) galt und gilt als Gammelgrundstück. © Andreas Schröter

Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich eine weitere Stelle, die seit vielen Jahren von den Anwohnern als Schandfleck gesehen wird: das Grundstück an der Derner Straße in Fahrtrichtung Derne direkt hinter der B236-Brücke. Dort stehen ebenfalls ein Container, eine Art Zirkuswagen und gleich mehrere schrottreife Wohnwagen.

Bruno Schreurs jedoch sagt, dieses Grundstück sehe heute weit besser aus als in früheren Zeiten. Der neue Pächter, dessen Namen er nicht kenne, habe aufgeräumt und sei bemüht, die alten Wohnwagen zu entsorgen.

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