Außer Kontrolle

DORTMUND Die kleinste Umweltzone der Welt kommt. Ab 12. Januar braucht jedes Auto im Westteil der Brackeler Straße eine grüne oder gelbe Schadstoff-Plakette. Trotzdem muss man sich als Autofahrer auch ohne Vignette kaum Sorgen machen, erwischt zu werden. Denn effektive Kontrollen sind nicht in Sicht.

von Von Oliver Volmerich

, 02.01.2008, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Außer Kontrolle

<p>Die Grafik zeigt die Länge des von der Plakettenpflicht betroffenen Teilstücks der Brackeler Straße zwischen Spähenfelde (re. oben) und dem Borsigplatz. Foto Neubauer/Grafik Schmolke</p>

Die Einhaltung der Plakettenpflicht zu überwachen, sei Sache der Polizei, weil man als Stadt nur für den ruhenden Verkehr (also parkende Autos) zuständig sei, heißt es bei der Stadt. Wir sind nicht dazu da, die Einhaltung von Umweltauflagen zu kontrollieren, lautet die Replik der Polizei.

In der Konsequenz heißt das: "Schwerpunkt-Kontrollen zur Einhaltung der Plakettenpflicht wird es nicht geben, allenfalls Überprüfungen im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung", wie Polizeisprecher Manfred Radecke auf RN-Anfrage erklärte. Allenfalls werde man dabei in den nächsten Wochen vielleicht "mal schärfer hingucken".

Ebenfalls offen ist, ab wann ein Bußgeld von 40 Euro fällig ist, falls man (wider Erwarten) doch erwischt wird. Wie in Köln, wo seit 1. Januar eine großflächige Umweltzone eingerichtet ist, wird man es wohl auch hier anfangs bei Ermahnungen und einem aufklärenden Gespräch belassen, erklärt Radecke. Man baue auf die Vernunft der Autofahrer.

Den Aussichten auf fehlende Kontrollen entsprechend, hält sich der Andrang auf die Plaketten bei den städtischen Bürgerdiensten auch in Grenzen. Rund 5000 Plaketten wurden bislang ausgegeben, 600 davon in den letzten drei Tagen vor dem Jahreswechsel, berichtet Stadtsprecherin Dagmar Papajewski.

Immerhin können die meisten Autofahrer auf eine grüne oder gelbe Plakette hoffen. Nur 9 Prozent aller 257 421 in Dortmund gemeldeten Fahrzeuge fallen durch das Raster, bekommen keine oder nur eine rote Plakette. Stärker betroffen sind allerdings Gewerbetreibende mit Liefer- oder Arbeitsfahrzeugen. Denn bei den meist mit Diesel angetriebenen Nutzfahrzeugen erfüllt nach den aktuellen amtlichen Daten mehr als die Hälfte der Nutzfahrzeuge die Voraussetzungen für eine grüne oder gelbe Plakette nicht. Nur 7,3 Prozent haben hier Aussicht auf "Grün". Bei den PKW liegt der Anteil bei gut 83 Prozent.

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