Autofahrer behindern Rettungskräfte nach B1-Unfall mit Lebensgefahr

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Lebensgefährlich verletzt wurde ein Autofahrer bei einem Unfall am Sonntag auf der B1. Im Stau verhielten sich viele Menschen alles andere als vorbildlich und hielten den Rettungsdienst auf.

Dortmund

, 26.10.2020, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einem missglückten Ausweichmanöver ist ein Autofahrer am Sonntagmittag (25.10.) mit seinem Wagen von der B1 abgekommen, gegen einen Baum geprallt und ins Gleisbett der Stadtbahn geschleudert. Das sogenannte Überschlagstrauma bedeutete Lebensgefahr.

Die alarmierten Rettungskräfte konnten den Verletzten aber nicht so schnell versorgen wie es möglich gewesen wäre, hätten sich alle Beteiligten korrekt verhalten. „Die Kollegen hatten durchaus massive Probleme“, sagt Feuerwehr-Sprecher Oliver Körner über die schlicht nicht vorhandene Rettungsgasse im entstandenen Stau.

„Es wurde einfach gar keine Rettungsgasse gebildet“

Die ersten eingetroffenen Einsatzfahrzeuge mussten sich äußerst mühsam ihren Weg auf der dreispurigen Hauptstraße bahnen. „Teilweise mussten sie sogar stehen bleiben“, so Körner - trotz dauerhaft eingeschaltetem Martinshorn. „Es wurde einfach gar keine Rettungsgasse gebildet“, sagt Körner: „Alles andere als vorbildlich.“

Sicherheitshalber zur Erinnerung: Schon sobald nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich ist, ist eine Rettungsgasse zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen zu bilden. Vom Automobil-Club ADAC heißt es dazu: „Wenn alles steht und die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen, ist es meist zu eng und zu spät für die Rettungsgasse.“

Laut ADAC sind bei Nichtbeachtung der gesetzlichen Pflicht auf Autobahnen und Außerortsstraßen hohe Bußgelder möglich. Behindert man Rettungskräfte, kann das 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot kosten. Als die Polizei am Sonntag zur Unfallsicherung eintraf, hatten sich die ersten Rettungsdienst-Fahrzeuge aber schon den Weg durch den Stau gebahnt.

Unabhängig davon betont Polizeisprecher Peter Bandermann, dass jeder Verkehrsteilnehmer überall Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht durchlassen muss. Das gelte für Autofahrer auf der B1 nun einmal wie für Fußgänger auf dem Westenhellweg: „Jede Sekunde zählt“, so Bandermann.

Auf der anderen Seite der Bahnschienen, in Gegenrichtung der B1, bildete sich ebenfalls ein Stau - allerdings nicht wie zunächst befürchtet wegen Gaffern. Zeitweise waren dort zwei der drei Spuren gesperrt, weil Rettungskräfte, die aus der anderen Richtung kamen, ihre Wagen dort abgestellt und die Verletzten eingeladen hatten.

Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 6500 Euro. Die Ermittler suchen Zeugen, die Hinweise zum Unfallhergang und zu möglichen weiteren Beteiligten machen können. Hinweise nimmt die Wache Körne unter Tel. (0231) 1 32 33 21 entgegen.

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