Autohändler-Betrug in Dortmund: Mehr als 200 Zeugen sollen aussagen

hz„Tacho-Bande“

Drei mutmaßliche Tacho-Betrüger sollen in Dortmund und Umgebung zahlreichen Gebrauchtwagenkunden Tränen der Wut in die Augen getrieben haben. Dem Gericht steht jetzt ein Marathon bevor.

Bochum/Dortmund

, 26.11.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Weil die drei Angeklagten nicht bereit sind, sich zu den Vorwürfen zu äußern, läuft im Prozess gegen eine mutmaßliche „Tacho-Bande“, die auch in Dortmund Gebrauchtwagen-Kunden geprellt haben sollen, jetzt alles auf ein Marathon-Verfahren hinaus. Am Bochumer Landgericht steht eine rekordverdächtige Beweisaufnahme bevor – allein 234 Zeugen stehen auf der Liste.

Vor der Zweiten Wirtschaftsstrafkammer geht es um 43 betrügerische An- und Verkäufe von Pkw der Marken Audi, BMW, VW und Mercedes. Die Tatorte lagen laut Staatsanwaltschaft hauptsächlich in Dortmund, Herne und Gelsenkirchen. Die drei Männer sollen vornehmlich auf zwei Weisen betrogen haben. Erst beim An- und dann beim Weiterverkauf von Gebrauchtwagen.

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Um den Preis schon beim Ankauf drücken zu können, soll die Bande nicht nur einmal kurzerhand etwas Öl in den Kühlkreislauf eingespritzt haben, um einen Mangel zu simulieren.

Auch ist in der Anklage von „künstlich aufgebautem Stress“ die Rede, den die Angeklagten bei Ankäufen dazu genutzt haben sollen, um bei der Geldübergabe unbemerkt einen Tausender verschwinden zu lassen.

Vor Autoverkäufen wiederum sollen sie in Serie die Kilometerstände der Pkw um bis zu 400.000 Kilometer nach unten „gedreht“ haben, um sie weit über dem angemessenen Wert verkaufen zu können. Der Prozess wird fortgesetzt.

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