Bekanntes Autohaus in Bestlage schließt – Dortmund verliert beliebte Automarke komplett

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Nach Jahrzehnten geht in Dortmund eine Autohaus-Ära zu Ende. Eine alteingesessene Automarke verlässt die Stadt – und einen prominenten Standort.

Dortmund

, 05.03.2020, 05:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man die Telefonnummer des Autohauses wählt, um einen Termin für eine Inspektion im April zu vereinbaren, heißt es am anderen Ende der Leitung: „Das ist leider nicht möglich. Wir schließen.“ Nur, wer eingelagerte Reifen habe, könne noch einen Werkstatt-Termin bekommen.

3000 Kunden des traditionellen Autohauses am Westfalendamm erhalten in diesen Tagen Post mit der Ankündigung, dass am 30. Juni Schluss ist, man aber auf die Niederlassungen in Hamm und Bochum ausweichen könne.

Die Auto Schrader Dortmund GmbH stellt den Geschäftsbetrieb am Standort Dortmund mit Wirkung zum 30. Juni 2020 ein, bestätigt Geschäftsführer Siegfried Herrchen auf Anfrage. Seit März 2015 werden hier von Schrader unter anderem die Marken Citroen und Nissan verkauft.

Die Citroen-Niederlassung war an diesem Standort seit 1986 tätig und wurde 2015 von der Auto-Schrader-Gruppe übernommen, die weitere Firmen und Autohäuser im Bundesgebiet unterhält. Seit 1959 schon gibt es an dieser exponierten Stelle an der B1/ Ecke Voßkuhle Fahrzeughandel mit Werkstatt.

Die Immobilie ist zu klein

In letzter Zeit habe sich zunehmend herausgestellt, dass der Standort Dortmund mit seinen begrenzten Grundstücksflächen und der über 60 Jahre alten Immobilie zu klein für ein modernes Autohaus geworden sei, so Herrchen: „Eine Veränderung der baulichen Gegebenheiten sowie eine Erweiterung der Außenflächen ist leider nicht möglich.“

Somit stünden weder für die Kunden ausreichend Parkplätze noch dringend benötigte Ausstellungsfläche für die Präsentation von Fahrzeugen im Außenbereich zur Verfügung, so der Filialleiter. Zudem gebe es mit dem Ausbau der Elektromobilität zusätzliche Anforderungen wie zum Beispiel Ladestationen für Vorführwagen und Kundenfahrzeuge, für die ebenfalls der Platz fehle.

Kein neues Autohaus

Die Leistungen der Werkstatt, sagte Herrchen im Gegensatz zur Auskunft am Telefon, stünden „bei entsprechender Verfügbarkeit“ noch bis Ende Mai zur Verfügung. Kunden, die auf die Schrader-Niederlassungen in Bochum oder Hamm ausweichen, bekämen dies mit Gutscheinen und Prozenten „versüßt“.

Den rund 15 Mitarbeitern habe man schon am Jahresanfang gekündigt, sagt der Geschäftsführer. Die meisten hätten schon neue Jobs, andere wechselten nach Hamm. Zu dem künftigen Besitzer der Immobilie wollte Herrchen mit Verweis auf eine Verschwiegenheitserklärung nichts sagen.

Nur so viel: Einen Fahrzeughandel mit Werkstatt und Verkauf werde es dort nicht mehr geben. Er rechne aber damit, dass in absehbarer Zeit ein Händler wieder die Marke Citroen in Dortmund anbieten wird.

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