Bänke sollen verschwinden, damit es weniger Lärm am Phoenix-See gibt

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Das Naherholungsgebiet am Phoenix-See kommt nicht zur Ruhe: Neben Baulärm sorgt eine Partyszene regelmäßig für Ruhestörung bei Anwohnern. Deswegen könnten nun Bänke dran glauben.

von Alexandra Wachelau

Hörde

, 14.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Phoenix-See sollen Sitzbänke entfernt werden – so hat es zumindest ein Anwohner der Bezirksvertretung vorgeschlagen. Der Grund hierfür sind Partygänger, die dem Baustellenlärm am Stiftsforum Konkurrenz machen. Nicht nur, dass tagsüber Baustaub und -lärm das Öffnen der Fenster verhinder: Bis tief in die Nacht lärmen Personen auf dem Rudolf-Platte-Weg und in den Nebenstraßen, so der Anwohner.

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„Meine Mutter nimmt inzwischen Schlaftabletten“

„Die Leute setzen sich dann auf die Bänke, hören Musik vom Handy und unterhalten sich laut“, so das anonyme Schreiben an die Bezirksvertretung Hörde. Daher sollen die Bänke entfernt und die Trink- und Partyszene so vertrieben werden.

Christian Kolnisko wohnt in der Nähe vom Phoenix-See und kann die anonym geschilderte Problematik nur bestätigen: „Es wird geklingelt, geschrien und an die Rolladen geklopft“, sagt er. Und das vor allem am Rudolf-Platte-Weg, denn die Personen laufen vom See zur Innenstadt und wieder zurück. Die Bänke auf dem Weg seien dabei dauerhaft besetzt: „Das geht durchaus bis zwei Uhr morgens so“, sagt Kolnisko.

Vor allem für ältere Leute sei diese Situation mehr als unschön. Seine Mutter wohnt im Betreuten Wohnen im Clarissenhof und käme mit dem Lärm, der zusammen mit der Baustelle häufig 24 Stunden andauert, nicht mehr gut zurecht: „Meine Mutter nimmt inzwischen abends Schlaftabletten“, sagt der Anwohner.

Sollten die Bänke entfernt werden, so bemerkt es auch die Bezirksvertretung, könnte es durchaus sein, dass die Blumenbeete als Sitzgelegenheit genutzt werden.

Sollten die Bänke entfernt werden, so bemerkt es auch die Bezirksvertretung, könnte es durchaus sein, dass die Blumenbeete als Sitzgelegenheit genutzt werden. © Alexandra Wachelau

Fehlende Sitzgelegenheiten werden nicht ausschlaggebend sein

Die Bezirksvertretung merkt an, dass die Party- und Trinkerszene nicht zusammen mit den Bänken vom Rudolf-Platte-Weg verschwinden werde.

Das sagt auch Christian Kolnisko: „Ich denke, das wird nicht helfen. Wahrscheinlich werden sich die Personen dann auf die hochgelegenen Blumenbeete setzen“, sagt er. Und selbst, wenn alle Sitzgelegenheiten auf der Straße entfernt werden: „Das Problem wird ja dadurch nur verlagert“, sagt Kolnisko – eine Tatsache, die bei jeder Trinkerszene in Dortmund beobachtet wird.

Die Bezirksvertretung organisiert nun einen Ortstermin, um die Situation vor Ort zu beobachten.

„Im Winter wird es auch besser“, räumt Christian Kolnisko ein. Er sei außerdem nicht für das Entfernen der Sitzgelegenheiten, weil diese dann den Senioren fehlen würden, die sowieso unter der wachsenden Szene an lauten Gästen am Phoenix-See zu leiden haben. Stattdessen solle man die Öffnungszeiten der Kioske vor Ort regulieren: „Wenn um acht Uhr der Kiosk schließt, werden auch die Menschen, die sich dort immer mit Getränken eindecken, verschwinden“, sagt Kolnisko.

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