Dieser Entwurf ist die Grundlage für weitere Pläne, an denen sich die Bürger beteiligen können. © Raumwerk
Nordseite des Hauptbahnhofs

Bahnhofsumfeld: Dortmunder reichen hunderte Vorschläge ein

Die Bürgerbefragung zum neuen Bahnhofsumfeld endet am 16. Januar. Dass die Dortmunder Namensvorschläge einreichen und den Park online gestalten können, lässt sich die Stadt einiges kosten.

Wie soll die „Grüne Spange“ am Dortmunder Hauptbahnhof aussehen? Welchen Namen könnte der Park tragen? Und was für Angebote wünschen sich die Bewohner der Nordstadt hier?

60.000 Euro lässt sich die Stadt die Bürgerbeteiligung für den neuen Park beim Projekt Hauptbahnhofumfeld Nord kosten. Die Gelder stammen aus dem Topf für „Nordwärts“.

Umbau-Start frühestens 2025

Das neue „Dekadenprojekt“, wie es die Stadtverwaltung nennt, sieht Folgendes vor: Ab 2025 soll die Nordseite des Hauptbahnhofs zum urbanen Viertel umgestalten werden – futuristisch und grün mit Platz für Arbeit, Wohnen, Freizeit.

Neben einer grünen Spange für die Nordseite des Hauptbahnhofs sieht der neueste Entwurf des Büros Raumwerk auch ein Hochhaus vor.
Neben einer grünen Spange für die Nordseite des Hauptbahnhofs sieht der neueste Entwurf des Büros Raumwerk auch ein Hochhaus vor. © Raumwerk © Raumwerk

Das Stadtplanungs- und Architekturbüro Raumwerk will auf der Nordseite des Hauptbahnhofs ein „grünes U“ anlegen. Dieser Park soll entlang der Gleise von Bürgergarten bis Blücherpark führen.

Über eine Rampe wollen die Planer den Park an den Bahnhofsvorplatz anbinden Darunter könnten Fahrgäste in Bus und Stadtbahn umsteigen und den Bahnhof durch eine große Halle betreten.

Vorgesehen sind außerdem ein auffälliges Hochhaus und karreeartige Neubauten im Quartier. Kostenpunkt: rund 650 Millionen Euro. Die Stadt trägt davon rund 157 Millionen Euro.

Mit Resonanz sehr zufrieden

Seit gut einem Monat läuft nun die Bürgerbeteiligung unter dem Titel „Plane deine Stadt“. Aus Sicht der Verwaltung sei die bisherige Resonanz sehr zufriedenstellend – vor allem im Vergleich zu anderen Formaten wie der klassischen Abendveranstaltung.

So könnte die Bahnhofshalle im Entwurf der Architekturbüros Raumwerk künftig aussehen.
So könnte die Bahnhofshalle im Entwurf der Architekturbüros Raumwerk künftig aussehen. © Raumwerk © Raumwerk

Dass das eigens für die Stadt entwickelte Planungstool so gut angenommen werde, freue die Verantwortlichen besonders. Dabei können Nutzer den Park mit Flächen für Urban Gardening, zum Klettern oder einer Bühne ausstatten.

100 Dortmunder hätten ihre planerischen Entwürfe an die Projektverantwortlichen gesendet, meldet Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund. Die separate Umfrage verzeichne bislang 600 Teilnehmer.

Dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt lägen nun 350 Namensvorschläge für den Park vor. Zusätzlich seien 150 Kommentare eingegangen. Das alles werde nun ausgewertet und anschließend der Öffentlichkeit präsentiert.

Herzstück Planungstool

„Den eingereichten Entwürfen ist anzusehen, dass sich die Nutzer bei der Bearbeitung viel Mühe geben und Spaß an der Benutzung haben“, sagt Pressesprecher Christian Schön.

Das Planungstool könne fortan bei weiteren Projekten zur städtebaulichen und verkehrlichen Planung zum Einsatz kommen.

Neben der Website gab es außerdem Flyer mit der Umfrage, die in der Stadt auslagen und verteilt wurden. Und wie groß ist bislang der Anteil der analogen Einsendungen?

„Knapp 5 Prozent“, sagt Christian Schön auf Anfrage. Mit dem onlinebasierten Format neue Wege in der städtischen Beteiligung zu gehen, habe sich also gelohnt. So könne man mehr Dortmunder erreichen.

Beteiligung vervierfacht

Zum Vergleich: Bei den klassischen Beteiligungsformate zum Projekt Hauptbahnhofumfeld Nord hätten jeweils bis zu 150 Bürger teilgenommen, sagt Christian Schön.

Auch nach der Corona-Pandemie wolle die Stadt Bürgerinteressen vermehrt online abfragen – zusätzlich zu klassischen Präsenzveranstaltungen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Sarah Bornemann, Jahrgang 1986, arbeitet seit Oktober 2013 als Redakteurin in der Dortmunder Lokalredaktion. Sie hat Journalistik in Leipzig sowie Germanistik und Soziologie in Münster studiert. Für das Volontariat bei Lensing Media kehrte sie nach sieben Jahren ins Ruhrgebiet zurück.
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