Ballett tanzt den Mittsommernachtstraum im Heu – mit Schnaps und einem Riesenfisch

hzTheater Dortmund

Starchoreograf Alexander Ekman bringt mit dem Dortmunder Ballett seine spektakulärste Choreografie auf die Bühne. Das Bühnenbild verblüfft.

Dortmund

, 11.02.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

So viel Heu. Die ganze Opernhausbühne wird zu Beginn der Deutschen Erstaufführung von Alexander Ekmans Ballett „Ein Mittsommernachtstraum“ (und bei den neun Folgeterminen) voller Heu liegen. Die Tänzer wirbeln rasant über diese ungewöhnliche Bühne und schlagen virtuos mit Heubüscheln. Das Theater verwendet aber kein echtes Heu, sondern eine Faser, die verblüffend ähnlich aussieht.

Ein Fest des Tanzes und seit der Uraufführung 2015 schon eine Ikone des Balletts ist die Choreografie des schwedischen Starchoreografen, der nun mit der Dortmunder Ballettcompagnie das schwedische Mittsommernachtsfest feiert – mit allem, was zu dieser schönsten Nacht des Jahres in Schweden dazu gehört: mit Tanz, Schnaps, Liebe und und Traumvisionen.

Das Bühnenbild ist spektakulär

Bei der Soirée im Lensing-Carree (LCC) konnten Dramaturg Christian Baier und die beiden Ballettmeister aus Ekmans Team dem Publikum nur in Video-Ausschnitten zeigen, wie spektakulär das Bühnenbild von Alexander Ekman aussehen wird.

Nach dem Heu und vielen runden Heuballen wird ein Maibaum auf die Bühne gefahren, um den die Compagnie volkstümliche Reigen tanzt. Später fährt eine lange Tafel, an der die Tänzer mit Schnaps angestoßen haben, schräg in die Luft.

Da gibt es auch ein Luftballett.

Kopflose Männer und ein Riesenfisch tanzen mit

Skurrile Figuren wie kopflose Männer oder ein Riesenfisch tanzen über die Bühne, und Ekmans Choreografie ist ein Mix aus volkstümlichen Tänze, modernem Ausdruckstanz und klassischem Spitzentanz. Voller mythischer Energie und Sinnlichkeit ist dieser Tanz der Sommersonnenwende, durch die sich wie ein roter Faden die Liebe zieht.

In der Soiree war das bereits absolut faszinierend. Drei Ausschnitte präsentierten die Solisten und am Schluss ein 17-köpfiges Ensemble – die wohl größte Ballettgruppe, die bislang im LCC getanzt hat – zu der Musik von Mikael Karlsson.

Der erste Akt sei ein großes Fest des Mittsommers, erklärte Christian Baier, der zweite zeige Träume nach einer durchfeierten Nacht.

Klassischer Spitzentanz und moderner Ausdruckstanz

Zauberhafte Pas-de-deuxs aus dem zweiten Akt präsentierten die Tänzer im LCC. Der erste war ein sinnlicher Tanz mit Zeitlupenbewegungen und einer enormen Körperspannung der beiden Tänzer. Im zweiten Pas-de-deux kombiniert Ekman klassischen Spitzentanz einer Ballerina mit kraftvollem, modernen Ausdruckstanz.

Auf der DVD, die es von der Choreografie gibt, sieht man, was für eine fantastische Wirkung diese Tanzsequenzen haben, wenn sie von der ganzen Gruppe getanzt werden. Live wird das noch imposanter sein.

Termine: 22. / 27. / 28. 2., 8. 3., 20. / 28. 3., 3. / 15. 5., 5. / 24. 6.; Karten: Tel. (0231) 5027222; Weitere Infos: www.theaterdo.de

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt