Ballettdirektor Xin Peng Wang führt seine Compagnie nun auf den Läuterungsberg

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Nach der Hektik und dem Höllenlärm in „Inferno“ geht es in „Purgatorio“, dem zweiten Teil von Xin Peng Wangs Tanz-Trilogie „Göttliche Komödie“, entschleunigt zu - auch musikalisch.

von Britta Helmbold

Dortmund

, 12.10.2019, 23:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die feurigen Abgründe der Hölle ging es im ersten Teil - „Inferno“ - von Xin Peng Wangs choreografischer Auseinandersetzung mit Dante Alighieris Werk „Die göttliche Komödie“. Die steilen Anhöhen des Läuterungsbergs erklimmt das Ballett Dortmund nun im zweiten Teil -„Purgatorio“ -, das am 2. November im Opernhaus uraufgeführt wird.

Bereits am Samstag gab der Ballettdirektor gemeinsam mit seinem Chefdramaturg Christian Baier sowie fünf Tänzern und drei Tänzerinnen seiner Compagnie erste Einblicke in die neue Choreografie im LCC. Und diesmal wird es ruhiger, besinnlicher - sowohl tänzerisch als auch musikalisch.

Wasser spielt eine entscheidende Rolle in der neuen Choreografie

„In ,Purgatorio‘ geht es um die Reinigung der Seele“, erläuterte Xin Peng Wang. Deshalb spielt auch das Wasser in seinem neuen Tanzstück eine entscheidende Rolle. Im Mittelpunkt steht das 44-minütige Orchesterwerk „Become Ocean“ des amerikanischen Komponisten John Luther Adams, der unter anderem von der Minimal Music beeinflusst ist.

Diese Musikrichtung hat auch die in den Niederlanden lebende Komponistin Kate Moore beeinflusst, von der kürzere Stücke und das Werk „The Art of Levitation“ erklingen werden. Also wesentlich ruhigere Klänge als bei „Inferno“. Und bei der neuen Produktion kommt die Musik auch nicht vom Band, sondern die Dortmunder Philharmoniker spielen unter der Musikalischen Leitung von Kapellmeister Philipp Armbruster.

Bis zum Gipfel müssen sieben Sünden gebüßt werden

Nach einem kurzen Rückblick auf „Inferno“ führte Baier in die Thematik von „Purgatorio“ mit einem bebilderten Vortrag ein. Nach dem Martyrium der Höllenqualen müssen Dante und sein Begleiter Vergil nun die sieben Windungen, die zum Gipfel des Läuterungsbergs führen, bewältigen. Dabei gilt es, pro Windung eine der sieben Todsünden zu büßen. Zur Illustration hatte Baier schöne Zeichnungen der einzelnen Sünden von Francisco de Goya mitgebracht.

Geläutert, zur Einsicht und Besinnung gekommen geht es dann durch die Flammenwand des Fegefeuers ins Paradies. Auf das Paradies, den dritten Teil von Xin Peng Wangs Tanz-Trilogie, müssen die Ballettfreunde allerdings noch ein Jahr warten.

Archaische Reinigungsrituale

Unterbrochen wurden die Ausführungen des Chefdramaturgs durch kurze Tanzeinlagen in unterschiedlichen Formationen. So greift Xin Peng Wang in seinem Handlungsballett „Purgatorio“ auf archaische Reinigungsrituale zurück. Zur Musik von Kate Moore klopfen sich zwei Tänzer und eine Tänzerin rhythmisch ab. In den vorgeführten Pas de deux, wie dem Abschiedsduett von Dante und Vergil vor der Flammenwand, wurde deutlich, dass im Bewegungsrepertoire dieser Kreation auf Entschleunigung gesetzt wird.

„Die Göttliche Komödie II: Purgatorio“ feiert am 2. November um 19.30 Uhr Premiere im Opernhaus; weitere Termine: 15./28.11, 19.30; Karten: Tel. (0231) 502 72 22. www.theaterdo.de
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