Zwei neue öffentliche Basketball-Felder: Ein Segen für die Anwohner?

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Ein Basketball-Korb am Spielplatz in Kirchlinde sorgt für Diskussionen. Er könnte abgebaut und durch zwei große Basketball-Felder ersetzt werden. Ein Anwohner hat eine eindeutige Meinung.

Kirchlinde

, 29.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schild weist darauf hin, dass der Basketball-Korb nur bis 20 Uhr bespielt werden soll. Auch der angrenzende Spielplatz am Winkshohlweg in Kirchlinde soll theoretisch nur bis 20 Uhr genutzt werden.

Einerseits, weil beide Angebote für Kinder und Jugendliche gedacht sind, die deutlich später nicht mehr draußen sein sollten. Andererseits, weil die Anwohner abends ihre Ruhe haben sollen. „Von Ruhe kann hier keine Rede sein“, sagt jedoch ein Anwohner, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte. „Ich würde gerne mal abends in Ruhe auf dem Balkon sitzen, aber das geht hier nicht.“

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Er wohnt an der Straße „Im Dorloh“, die tagsüber oft stark befahren ist. Das Basketball-Dribbeln und die Rufe der Spielenden sind nur gedämpft zu hören. Abends jedoch, wenn es auf der Straße ruhiger werde, halle das Ticken des Balls durch das Wohngebiet.

Junge Erwachsene spielen selbst im Dunkeln

Ein Fenster über Nacht geöffnet zu lassen oder störungsfrei auf dem Balkon zu sitzen, sei kaum möglich, so der Anwohner. Bis Sonnenuntergang werde der Korb bespielt, teils mit dem Einsatz von Handy-Taschenlampen noch länger.

„Das sind weder Kinder noch Jugendliche, die da spielen“, sagt der Anwohner. „Das sind junge Erwachsene. Und die bringen auch Bier und Musikboxen mit. Das ist ein richtiger Treffpunkt da.“

Seit circa drei Jahren werde die Lärmbelästigung durch die Freizeit-Basketballer immer schlimmer. Er und seine Nachbarn hätten anfangs oft die Polizei und das Ordnungsamt verständigt, jedoch irgendwann aufgegeben, so der Anwohner. „Die Leute lassen sich ja nichts sagen. Die sind dann zehn Minuten weg und kommen wieder.“

Von den Balkonen der Häuser an der Straße "Im Dorloh" aus ist der Basketball-Korb gut zu sehen. Der Blick auf den Platz wird inzwischen teilweise von Sträuchern versperrt.

Von den Balkonen der Häuser an der Straße "Im Dorloh" aus ist der Basketball-Korb gut zu sehen. Der Blick auf den Platz wird inzwischen teilweise von Sträuchern versperrt. © Carolin West

Er selbst sei schon häufig beleidigt worden, wenn er die Spieler angesprochen habe. Sogar Schläge habe man ihm angedroht. „Hier wohnen viele Ältere, da traut sich niemand mehr, etwas zu sagen“, erklärt der Anwohner.

Basketball-Feld könnte verlegt werden

Ein Antrag der Grünen-Fraktion der Bezirksvertretung (BV) sei für ihn und die Nachbarn nun ein Segen. Die Grünen beantragten in der letzten BV-Sitzung, die Verlegung des Basketballfeldes zur Skateranlage am Bärenbruch zu prüfen.

„Da wäre genug Platz und es gäbe sogar noch mehr Möglichkeiten zum Spielen“, sagt der Anwohner. „Auf der Fläche des Basketball-Korbs könnten dann noch Spielgeräte für kleinere Kinder entstehen, die es auf dem jetzigen Spielplatz nicht wirklich gibt.“

Er habe schließlich nichts gegen spielende Kinder, nur gegen die Lärmbelästigung in den Abendstunden. Ein oder zwei Basketball-Felder am Bärenbruch mit Markierungen und Schutzzäunen, auf denen man sogar gegeneinander spielen könne, seien eine gute Lösung für alle, so der Anwohner.

Eine Meinung, die die CDU-Fraktion und die Grünen-Fraktion teilen. Die Vertreter der SPD-Fraktion fürchten allerdings, dass jüngere Kinder und Jugendliche am Bärenbruch keine Chance hätten, auch auf dem Feld zu spielen.

Ältere spielen Basketball, Jüngere kommen zu kurz

Die Alters-Auszeichnung des bestehenden Basketball-Korbs am Winkshohlweg sei wichtig. Dort könnten Kinder und Jugendliche Körbe werfen und seien wegen des nahe gelegenen Wohngebietes und des angrenzenden Spielplatzes besser unter Aufsicht als am Bärenbruch.

„Die Kinder sollen nicht in eine Ecke verschoben werden“, sagte Eckhard Knaebe (SPD). Die neuen Basketball-Felder zusätzlich zu dem vorhandenen Korb zu errichten, sei jedoch ein denkbarer Kompromiss und würde allen Altersklassen gerecht werden.

Eine Lösung, die dem Anwohner sauer aufstößt. „Dann teilt es sich doch nur auf alle Anlagen auf und wir haben hier weiterhin die Lautstärke“, sagt er. Die Bezirksvertreter einigten sich vorerst auf die Prüfung der zwei potenziellen neuen Felder. Für den Korb soll später eine Lösung gefunden werden.

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