Baukunstarchiv NRW präsentiert in Dortmund 100 Nachlässe und große Ausstellungen

hzAltes Museum am Ostwall

Es war ein langer Kampf um den Erhalt des alten Museums am Ostwall. Vor genau einem Jahr wurde dort das Baukunstarchiv NRW eröffnet. Jetzt ziehen die Träger erstmals Bilanz.

Dortmund

, 04.11.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Dutzend Ausstellungen, mehr als 100 Veranstaltungen und mehr als 15.000 Besucher – das ist das erste Jahr des Baukunstarchivs NRW am Ostwall in Zahlen. Und die Träger des Hauses sind mit dieser Bilanz mehr als zufrieden.

Der lange Einsatz für den Umbau des alten Museumsgebäudes zum Baukunstarchivs habe sich ausgezahlt, sagt Ernst Uhing, der als Präsident der Architektenkammer NRW auch Vorsitzender der Gesellschafter des Baukunstarchivs ist. Die Resonanz zeige, dass das Baukunstarchiv in Dortmund aber auch darüber hinaus in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland angekommen sei, stellt Uhing fest.

Am Umbau beteiligt

Bewährt habe sich auch die ungewöhnliche Trägerstruktur. Betrieben wird das Haus gemeinsam von der Architektenkammer NRW, der Ingenieurkammer Bau NRW, der Stiftung Deutscher Architekten und dem Förderverein für das Baukunstarchiv.

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Der Förderverein hat unter anderem einen Anteil von 350.000 Euro an den Umbaukosten für das alte Museum am Ostwall aufgebracht. Der Umbau hat insgesamt 3,5 Millionen Euro gekostet, von denen das Land 80 Prozent getragen hat. 10 Prozent kamen außer vom Förderverein von der Stadt Dortmund als Eigentümerin des Gebäudes. Weitere Mittel flossen in Ausstellung und Programm, berichtete der Fördervereins-Vorsitzende Prof. Franz Pesch.

Baukunstarchiv NRW präsentiert in Dortmund 100 Nachlässe und große Ausstellungen

Mit einer Geburtstagstorte feierten die Vertreter des Baukunstarchivs (v.l.) Prof. Wolfgang Sonne (TU Dortmund, Ernst Uhing (Architektenkammer), Geschäftsführer Markus Lehrmann, Prof. Franz Pesch (Förderverein) und Michael Püthe (Ingenieurkammer Bau) den ersten Geburtstag des neu eingerichteten Hauses am Ostwall. © Oliver Volmerich

Kern des Hauses ist das von der TU Dortmund betreute Baukunstarchiv mit Nachlässen von Architekten aus NRW. Und die Sammlung ist weiter gewachsen. Zu den 80 Nachlässen, mit denen man gestartet ist, sind weitere 20 gekommen, berichtete Markus Lehrmann als Geschäftsführer des Baukunstarchivs.

Der Umzug der Alt-Bestände von der TU an den Ostwall läuft auch noch weiter. Bis alle Archivalien am Ostwall sind, werden wohl noch weitere zwei bis drei Jahre vergehen, schätzt Prof. Wolfgang Sonne von der TU als wissenschaftlicher Leiter des Archivs.

Ernst Ludwig Kirchner als Architekt

Auf vollen Touren läuft aber von Beginn an das Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm des Hauses mit seinem eindrucksvollen Lichthof. Hier waren nach der Eröffnungsausstellung unter anderem Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläumsjahr zu sehen.

Ein Höhepunkt im nächsten Jahr ist eine Ausstellung unter dem Titel „Vor der Malerei die Architektur“, die erstmals umfassend das architektonische Werk des bekannte Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner vorstellt. Sie soll am 23. April 2020 eröffnet werden.

Ausstellung zu Josef-Paul Kleihues

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis zum 19. Januar zu sehen ist, ist dem Architekten Josef Paul Kleihues gewidmet, der 20 Jahre lang an der Universität Dortmund gelehrt hat und nicht zuletzt seit seiner Zeit als Direktor der Internationalen Bauausstellung in Berlin als einer der bedeutendsten Architekten der Nachkriegszeit in Deutschland gilt.

Aus seinem Nachlass im Baukunstarchiv NRW werden in der Ausstellung unter dem Titel „JPK NRW“ 15 bis 70 Werke von Kleihues aus Nordrhein-Westfalen präsentiert - darunter Entwürfe für das Krippenmuseum in Telgte, das Einkaufszentrum in Dorsten-Wulfen und den Erweiterungsbau für das Technologiezentrum in Dortmund.

Mit dem Museum am Ostwall ist der Name Kleihues eng verbunden, weil er hier als Hochschullehrer in den 1970er Jahren die Dortmunder Architekturtage und die Dortmunder Architekturausstellungen begründete.

Öffnungszeiten

  • Geöffnet ist das Baukunstarchiv NRW am Ostwall 7 am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr, am Donnerstag von 14 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.
  • Die Ausstellung „JPK NRW - Der Architekt Josef Paul Kleihues in Nordrhein-Westfalen“, zu der auch ein Katalog erschienen ist, ist bis 19. Januar 2020 zu sehen.
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