Baumärkte und Gartencenter für Oster-Ansturm bei Kontaktverbot gewappnet

hzCoronavirus in Dortmund

Bau- und Gartenmärkte dürfen trotz Corona-Pandemie öffnen. Zu Ostern ist üblicherweise mit einem Kundenansturm zu rechnen. Die Dortmunder Märkte haben Maßnahmen ergriffen – eine Stichprobe.

Dortmund

, 11.04.2020, 04:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ostern steht vor der Tür, der Winter ist vorbei und das Wetter bessert sich. Traditionell sind die Bau- und Gartenmärkte in dieser Zeit besonders stark frequentiert. Garten und Terrasse müssen gepflegt und eventuelle Winterschäden am Haus beseitigt werden.

„Der April und Mai sind normalerweise die stärksten Monate“, bestätigt Florian Preuß, Unternehmenssprecher vom Hornbach-Baumarkt im Gespräch mit der Redaktion. Gerade das Osterwochenende sticht im Normalfall heraus, weiß auch Dirk Brandt, Marktleiter des Hellweg-Baumarktes in Dortmund Hacheney.

Darum dürfen die Märkte öffnen

Die Corona-Pandemie und das damit einhergehende Kontaktverbot ändern jedoch allesb. Oder? Die meisten Menschen sind viel zuhause und suchen nach Beschäftigung. Garten- und Hauspflege käme da gerade gelegen.

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Obwohl der Einzelhandel in NRW derzeit größtenteils geschlossen bleiben muss, dürfen Bau- und Gartenmärkte weiterhin unter strengen Auflagen öffnen. Das begründet sich damit, dass sie essentielles Sortiment anbieten. Sie bieten etwa Möglichkeiten, sich mit Gas, Holz und Kohle versorgen zu können - damit Menschen ohne Zentralheizung noch heizen können.

„Der Ostersamstag wird natürlich sehr stark“

Die Zunahme des Kundenstroms habe beim Hellweg-Baumarkt an der Zillestraße 71 schon mit dem Beginn der Osterferien angefangen, sagt Marktleiter Dirk Brandt. Doch unüblich für diese Zeit, sei der Andrang nicht – der Kundenstrom halte sich in normalem Maße, meint er.

Im Gartencenter Risse in Dortmund Sölde sieht das ähnlich aus. Auch hier besteht bereits seit etwa 14 Tagen reges Kundentreiben, sagt Marktleiter Jochen Hoffmann. Mit Corona habe das jedoch weniger zu tun, das sei normal für die Jahreszeit, relativiert auch er.

Aber da trotz Corona-Krise ein „normaler“ Ansturm herrscht, der zu Ostern meist nochmal zunimmt, ist er sich sicher: „Der Ostersamstag wird natürlich sehr stark.“

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Deutlichen Einfluss hat die Corona-Krise dann aber doch auf die Märkte. Von den strengen Auflagen, unter denen die Märkte öffnen dürfen und sollen, ist die auffälligste wohl die Einlassbeschränkung.

Je nach Verkaufsfläche darf nur eine bestimmt Anzahl an Kunden in das jeweilige Geschäft, um entsprechende Mindestabstände unter Kunden und Mitarbeitern gewährleisten zu können.

Einkaufswagenpflicht und Mindestabstand: Die Corona-Maßnahmen halten die Kunden derzeit nicht davon ab, sich in den Baumärkten einzudecken.

Einkaufswagenpflicht und Mindestabstand: Die Corona-Maßnahmen halten die Kunden derzeit nicht davon ab, sich in den Baumärkten einzudecken. © Oliver Schaper

Kunden-Zählung per Einkaufswagen, Regenschirme als Sonnenschutz

Dirk Brandt vom Hellweg-Baumarkt sagt: „Wir machen ab 75 den Deckel drauf.“ Die anderen Kunden müssen unter Einhaltung des Mindestabstands warten. Wie bei vielen Supermärkten auch üblich, besteht hier eine Einkaufswagenpflicht. Das erzeugt nicht nur mehr Abstand der Menschen untereinander, sondern macht es auch möglich, den Einlass besser zu kontrollieren.

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Im Hellweg-Baumarkt sind derzeit nur 75 Wagen im Einsatz, die laut Brandt nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Zudem habe er seine Mitarbeiter in zwei Teams aufgeteilt, die in verschiedenen Schichten arbeiten, um möglichst wenig Kontakt zu haben.

Im Markt in Hacheney haben sie sich zudem etwas besonderes einfallen lassen: Da weiter lange Warteschlangen vor dem Markteingang zu erwaten sind, werden auf dem Parkplatz Regenschirme als Sonnenschutz verteilt, sagt Brandt. „Starre Sonnenschirme würden ja wieder gegen das Kontaktverbot sprechen“, erklärt er die Maßnahme.

Sicherheitskräfte am Eingang

Im Sölder Gartencenter Risse sind die Einkaufswagen auf 60 reduziert. Der Hornbach an der Borsigstraße in der Nordstadt bietet auf seiner Verkaufsfläche von rund 14.000 Quadratmetern derzeit Platz für 120 Kunden, sagt Unternehmenssprecher Florian Preuß.

Hier wird der Einlass von zwei externen Sicherheitskräften kontrolliert – in der Regel sollen hier nach Möglichkeit nur zwei Personen gleichzeitig eingelassen werden.

Öffnungszeiten

So haben die Beispiel-Märkte am Ostersamstag geöffnet

  • Hellweg-Baumarkt Hacheney, Zillestraße: 8-20 Uhr
  • Hornbach Nordstadt, Borsigstraße: 7-20 Uhr
  • Gartencenter Risse, Sölde, Emschertalstraße: 9-18 Uhr
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