Anwohner wittert Skandal: Wer erlaubt „Bau- und Recyclinghof“ direkt vor der Haustür?

hzEhemalige Brackeler Schleife

Das waren noch Zeiten, als hier einfach nur die Straßenbahnen wendeten. An der früheren Schleife leiden Anwohner unter Lärm und Dreck. DSW21 nutzt die Fläche für Bauarbeiten auf dem Hellweg.

Brackel

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist laut und dreckig vor der Haustür von Joachim Rüther. Er wohnt am Brackeler Hellweg an der ehemaligen Schleife Brackel, wo einst die Straßenbahnen wendeten. Die Fläche westlich der Straße „In den Börten“, auf der eine Wohnbebauung und ein Kindergarten entstehen sollen, wird derzeit von den Dortmunder Stadtwerken (DSW21) als Basis für Bauarbeiten entlang des Hellwegs genutzt.

„Da türmen sich ganze Berge von Materialien“, schildert Joachim Rüther die Situation. Es sei geradezu ein „Bau- und Recyclinghof“ inmitten von Wohnhäusern eingerichtet worden, der normalerweise hohe Auflagen für seine Genehmigung erfüllen müsste. Die Anwohner seien jeder Menge Emissionen an Staub, Lärm und Schadstoffen ausgesetzt. „Und das nicht an den jeweiligen Baustellen, sondern bei uns vor der Haustür.“

Anwohner beklagt fehlende Schutzmaßnahmen

Besonders schlimm sei es bei Gleisbauarbeiten, während derer der Betrieb der Stadtbahn aufrechterhalten werde. Dann lasse man die Bagger bis in die späten Abendstunden laufen, auch an Wochenenden. Zwar ruhe derzeit wegen der Gleisbauarbeiten in Wambel der Stadtbahnverkehr zwischen Körne und Wickede und es würden Ersatzbusse eingesetzt, dennoch sei an der ehemaligen Schleife viel los.

So sei vor einigen Tagen, als sieben bis acht Lkw dort unterwegs gewesen seien, sogar eine Laterne angefahren worden. Joachim Rüther kritisiert auch, dass nicht versucht werde, die Belastung der Anwohner zu verringern. „Es werden auch keinerlei Schutzmaßnahmen in diesen trockenen Zeiten, zum Beispiel Sprinkleranlagen, betrieben.“

Anwohner wittert Skandal: Wer erlaubt „Bau- und Recyclinghof“ direkt vor der Haustür?

Zahlreiche Lastwagen sind auf dem Hellweg unterwegs. Die frühere Wendeschleife dient als Stützpunkt für die Bauarbeiten der Stadtwerke. © privat

In der Tat würden die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) die ehemalige Brackeler Schleife in Zusammenhang mit den Gleisbauarbeiten auf dem Wambeler Hellweg als Zwischenlager für Aushub und Bodenmaterial nutzen, bestätigt Marc Wiegand, Sprecher von DSW21. Die beauftragte Baufirma arbeite innerhalb der gesetzlich erlaubten Zeiten; sonntags und nachts würden keine Arbeiten stattfinden.

DSW21 verspricht Prüfung von Dreck und Staubentwicklung

„Im Gespräch mit der Firma werden wir nochmal auf die Themen Dreck und Staubentwicklung eingehen und gemeinsam prüfen, ob gegebenenfalls weitere Verbesserungen möglich sind, zum Beispiel durch eine zusätzliche Bewässerung“, kündigte Marc Wiegand an. Die Aushubarbeiten würden voraussichtlich bis zum Monatsende weitestgehend abgeschlossen sein. „Dies sollte dann auch zu einer Reduzierung der Aktivitäten am Zwischenlager führen.“

Anwohner Jörg Rüther sieht ein grundsätzliches Problem in dem Baustellen-Stützpunkt vor seiner Haustür. Er hat ans Umwelt- und Ordnungsamt geschrieben und fragt die Behörden, wie sie diesen haben genehmigen können.

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