Beliebte Christstollen ausverkauft: Zoff in einer Mengeder Facebook-Gruppe

Mengeder Adventsmarkt

700 kleine Christstollen sind beim Adventmarkt in Mengede weggegangen wie die „warme Semmel“. Was den Förderverein der Remigiuskirche freut, ist für einen Nörgler „ein gefundenes Fressen“.

Mengede

, 13.12.2019, 12:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beliebte Christstollen ausverkauft: Zoff in einer Mengeder Facebook-Gruppe

Im Evangelischen Gemeindehaus am Wiedenhof waren die beliebten Christstollen während des Adventsmarktes an einem Tag ausverkauft. © privat

700 kleine Christstollen hat der Förderverein Evangelische Remigiuskirche beim Mengeder Adventmarkt angeboten. Und schon am Samstag (7.12.) waren alle vergriffen. Wer am Sonntag noch eines der beliebten 200-Gramm-Gebäckstücke ergattern wollte, hatte das Nachsehen.

Darunter war offenbar ein Mengeder, der seinem Ärger in einer örtlichen Facebook-Gruppe Luft machte. Förderverein beziehungsweise Kirchengemeinde hätten wohl „keinen akuten Geldbedarf“, provoziert er in einem Beitrag, „wenn am Sonntagnachmittag während des Nikolausmarktes schon der Stollenverkauf eingestellt wird.“

Rege Diskussion auf Facebook

Der Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten. In insgesamt 87 Kommentaren (Stand 12.12., 18 Uhr) entspann sich eine rege Diskussion – für den verhinderten Stollenkäufer offenbar ein, um im Duktus zu bleiben, „gefundenes Fressen“.

Vielleicht seien sie ausverkauft, nimmt ein Kommentator an. „Wohl die falschen Mengen eingekauft“, kontert der enttäuschte Besucher. Ihm scheint der ausverkaufte Stollen nur Anlass für Generelles zu sein: Die Gemeinde habe so viele hauptamtlich Beschäftigte, „aber es mal wieder nicht hinbekommen für die Gemeinde zu werben“.

Eine Kommentatorin weist auf die Berichterstattung dieser Redaktion hin. Weil dem Förderverein die Freiwilligen ausgegangen seien, finde kein Verkauf mehr auf dem Wochenmarkt statt. „Es geht auch nicht darum, die Ehrenamtlichen zu kritisieren, denn es gibt genügend hauptamtlich Beschäftigte.“

Sachfrage tritt in den Hintergrund

Ein typisches Muster, in dem die Sachfragen in den Hintergrund treten (sollen). Um die Frage, warum es Sonntag keine Christstollen mehr gab, geht es nicht mehr.

Manch Kommentator versuchte es darum auf die ironische Art: „Vielleicht hat sich auch die Stollenmafia mit dem Stollen abgesetzt“, schreibt einer. „Ob die Stollenpolizei da was machen kann? Ich ruf die gleich mal an.“ Der Konter kommt prompt: „Sie haben bestimmt in der Schule auch immer am Thema vorbeigeschrieben.“ Oh du friedliche Weihnachtszeit!

Sanierung des Glockenstuhls steht an

„Mir tut’s leid für alle, die keinen Stollen mehr bekommen haben“, sagt Brunhilde Usbek. Sie sei im Gemeindehaus geblieben, „um es den Leuten vernünftig zu erklären“. Einige waren enttäuscht. „Viele hatten aber Verständnis dafür.“ Dem Förderverein fehlten die Erfahrungswerte. Wären Stollen übrig geblieben, wäre der Verein auf den Einkaufskosten sitzen geblieben und der Erlös entsprechend geringer ausgefallen.

Beliebte Christstollen ausverkauft: Zoff in einer Mengeder Facebook-Gruppe

Brunhilde Usbek, Vorsitzende des "Fördervereins Ev. St. Remigius-Kirche", verkauft seit 15 Jahren kleine Christstollen für die Sanierung der Kirche. © privat

Ohnehin: „Es ist kein Riesengeschäft“, sagt Brunhilde Usbek. 300 Euro habe der Erlös für die Sanierung der historischen Kirche betragen. Die nächste Herausforderung sei die Sanierung des Glockenstuhls. Voraussichtliche Kosten: 50.000 Euro.

Lesen Sie jetzt