Dortmund im bundesweiten Kinderarmuts-Vergleich auf schlechtem Platz

Aktuelle Bertelsmann-Studie

Jedes dritte Kind in Dortmund ist von Armut betroffen. Die Stadt liegt damit über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Ein Blick in die Zukunft lässt nichts Gutes erhoffen.

Dortmund

23.07.2020, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laut Bertelsmann-Studie soll jedes dritte Kind in Dortmund von Armut betroffen sein.

Laut Bertelsmann-Studie soll jedes dritte Kind in Dortmund von Armut betroffen sein. © picture alliance/dpa (Symbolbild)

2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wachsen in Deutschland in Armut auf – das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung. Diese große Zahl, bedeutet, das mehr als jedes fünfte Kind in armen Verhältnissen lebt.

Die Studie zeigt aber auch, dass das Problem in Dortmund noch viel größer zu sein scheint.

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Jedes dritte Kind in Dortmund ist arm

In Dortmund sind nämlich 30,1 Prozent aller Kinder von Armut betroffen – also jedes dritte Kind. Das Erstaunliche dabei: Damit liegt die Stadt noch vor den deutschen Metropolen München (4,2 Prozent), Hamburg (19,7), Köln (21,5) und Berlin (27).

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung ist am vergangenen Mittwoch (22. Juli) veröffentlicht worden und der Fact-Sheet kann hier aufgerufen werden. Die Daten in diesem Text beziehen sich auf Kinder unter 18 Jahren, die 2019 in Familien im Hartz-IV-Bezug lebten.

Im bundesweiten Vergleich ist Dortmund damit auf Platz 6, in NRW sogar auf 5. Nachbarstädte wie Duisburg (30,8 Prozent), Herne (31,2) und Essen (33,1) liegen noch vor Dortmund. Mit 41,5 Prozent ist Gelsenkirchen die Stadt laut Bertelsmann-Studie mit dem größten Kinderarmuts-Problem in Deutschland.

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Kinder in Deutschland gelten als arm, wenn sie in Haushalten leben, in denen Sozialhilfe (Hartz IV) bezogen wird. Wird in dem Haushalt weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verdient, gelten sie als armutsgefährdet.

Kündigungen, Kurzarbeit, mehr Ausgaben durch Betreuung zuhause: Die Bertelsmann-Stiftung vermutet, dass durch die Corona-Pandemie die Kinderarmut steigen wird.

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