„Bester Rösti-Wender“: Muhamad Mulla Ali bringt syrisches Flair in Schweizer Restaurant

hzSchweizer Bootschaft

Im Restaurant „Schweizer Bootschaft“ arbeitet seit November 2018 ein syrischer Geflüchteter und bekommt Nachhilfe in deutscher Kultur. Danach steht eine Ausbildung an - aber nicht in einer Küche.

Aplerbeck

, 13.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehntausende Geflüchtete sind 2016 über die Balkanroute nach Deutschland gekommen. Sie flohen vor dem Krieg im Nahen Osten, vor allem in Syrien. Einer von ihnen war Muhamad Mulla Ali. Ein junger syrischer Mann, der über die Türkei, Griechenland und schließlich ebendiese Balkanroute nach Europa kam. In Dortmund angekommen, lebte er zuerst in einem Lager für Geflüchtete.

Syrisches Flair

Inzwischen hat Ali (27) seine eigene Wohnung in Aplerbeck bezogen. Dafür verantwortlich waren Lothar Preukschat und seine Frau. „Wir haben Muhamad über Freunde kennengelernt, die sich um eine syrische Familie kümmerte“, erzählt Preukschat. Sie entschieden sich, Ali zu betreuen, gingen unter anderem mit ihm zum Jobcenter und kümmerten sich um eine Wohnung.

Doch Preukschat ist nicht nur einfach Dortmunder, sondern auch Betreiber der Schweizer Bootschaft in Aplerbeck. Einem Restaurant, in dem nur Schweizer Leibspeisen serviert werden. Ali bringt etwas syrisches Flair in die Küche. Eine Kombination, aus der sowohl Küchenhilfe als auch Betreiber was lernen konnten.

„Bester Rösti-Wender“: Muhamad Mulla Ali bringt syrisches Flair in Schweizer Restaurant

Lothar Preukschat (l.) ist Betreiber der Schweizer Bootschaft in Aplerbeck. Seit Jahren kümmern er und seine Frau sich um den syrischen Geflüchteten Muhamad Mulla Ali. © Rüdiger Barz

Mit einem Lachen erzählt Preukschat, dass Ali inzwischen ein fast perfekter Rösti-Wender sei. „Er beherrscht die Kunst des Wendes des Rösti durch Hochschmeißen schon echt gut“, so der Betreiber.

Für Preukschat war es aber auch wichtig, dass Mohamad Mulla Ali auch langfristig etwas lernt. „Wir haben viel Wert darauf gelegt, Ali etwas über die deutsche Sprache und Kultur beizubringen“, erklärt der Restaurant-Betreiber nun etwas ernster. Im Gegenzug habe er viel über die Kultur der Muslime und der Syrer gelernt. „Ich glaube, dass das zu mehr Verständnis führt.“

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Doch die Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Bootschaft und dem Geflüchteten ist nicht von Dauer. Am Montag (12. August) hat Ali einen Ausbildungs-Vertrag als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik unterschrieben. „Dadurch verlieren wir eine echt gute Küchenhilfe“, ist Preukschat traurig. Dennoch sieht er auch die Wichtigkeit: „Es war von vornherein klar, dass er nicht nur als Beikoch hier bleiben kann, sondern langfristig was braucht.“

Also geht es vom Herd in die Werkstatt. Ali freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich wollte immer gerne was Handwerkliches machen“, sagt er im Gespräch. Man müsse eben was machen, wenn man in Deutschland lebt.

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