Besuchsverbot in Dortmunds Kliniken: Mit Gratis-iPhones gegen die Einsamkeit

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Während der Corona-Pandemie gilt in Krankenhäusern Besuchsverbot. Wie hält man am besten Kontakt? Die Klinken in Dortmund machen besondere Angebote - und schaffen einen Mythos aus der Welt.

Dortmund

, 26.10.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Patienten in Krankenhäusern zu besuchen, ist während der Corona-Pandemie nur in Ausnahmefällen möglich. Die Dortmunder Kliniken und das Gesundheitsamt haben sich auf ein Besuchsverbot geeinigt. Bei steigendem Inzidenz-Wert ist eine Lockerung nicht in Sicht.

Wie hält man trotzdem Kontakt zu seinen Angehörigen? Gibt es auch Möglichkeiten, sich per Videocall zu sehen - auch ohne eigenes Tablet? Was kostet das Telefonieren vom Zimmer aus? Und dürfen Patienten mit ihrem eigenen Smartphone im Krankenhaus überhaupt telefonieren?

Das eigene Smartphone darf genutzt werden

Es ist eine Info, die vielen noch im Kopf rumschwirrt, wenn man jemanden im Krankenhaus besucht: Man muss das Smartphone ausschalten, wenn man eine Klinik betritt - oder nicht? Gudula Stroetzel, Pressesprecherin des Johannes-Hospitals, räumt mit diesem Mythos auf: Diese Zeiten seien lange vorbei. Nur in wenigen Bereichen sind Smartphones verboten: „Im MRT zum Beispiel“.

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Auch im Klinikum Dortmund kann man auf das eigene Smartphone zurückgreifen - einzige Ausnahmen sind die Intensivstationen und der OP-Bereich. Auf der Internetseite des Knappschaftskrankenhauses heißt es: „Die Nutzung privater Kommunikationsgeräte in den Patientenzimmern ist zulässig.“

Flatrate für das Festnetztelefon, WLAN auf den Zimmern

Festnetztelefone stehen in allen drei großen Dortmunder Kliniken auf fast jedem Zimmer zur Verfügung. Bei den Kosten gibt es Unterschiede: Im Knappschaftskrankenhaus kostet die Bereitstellung von Telefon (Flatrate ins deutsche Festnetz), WLAN, Fernsehen und Radio pauschal 2,40 Euro am Tag.

Im Johannes-Hospital hat man auf die Corona-Pandemie und die Sondersituation des Besuchsverbots reagiert: Vor dem Besuchsverbot kostete die Bereitstellung des Telefons 75 Cent am Tag - zuzüglich 10 Cent pro Gesprächseinheit. „Im Moment ist das Telefonieren ins deutsche Festnetz aber kostenlos“, so Pressesprecherin Gudula Stroetzel. Zudem verfügen alle Zimmer über Internet.

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„Corona-Rabatt“ gibt es im Klinikum Dortmund nicht. Die Erfahrung dort: Fast alle Patienten haben eigene Smartphones, so Sprecherin Lisa Cathrin Müller. Seit September gibt es außerdem in nahezu allen Bereichen kostenloses WLAN. Wer eine Telefonkarte möchte, zahlt dafür zwei Euro am Tag, darin enthalten ist eine deutschlandweite Flatrate.

Kliniken ermöglichen Patienten auch Videocalls

Wenn persönliche Treffen nicht möglich sind, verlegen sich im Privatleben viele auf Videochats. Geht das auch im Krankenhaus, wenn man kein eigenes Smartphone hat? Ja - die Kliniken haben reagiert: Alle drei Krankenhäuser haben eigens Smartphones oder Tablets angeschafft, die sich Patienten kostenlos und kurzfristig leihen können, um ihre Angehörigen zumindest am Bildschirm sehen zu können.

„Wir haben spezielle Bereiche wie Intensivstationen oder die Station, auf der Corona-Patienten behandelt werden, mit zusätzlichen Tablets oder Smartphones ausgestattet, um Patienten diese Möglichkeiten zu bieten“, so Klaus-Peter Wolter, Pressesprecher des Knappschaftskrankenhauses. Das Angebot kostet nichts, das Personal erklärt den Patienten bei Bedarf, wie die Technik funktioniert.

So handhabt es auch das Klinikum Dortmund: „Mit den neu angeschafften iPhones wurde auch speziell die Geriatrie ausgestattet, um das auch älteren Patienten zu ermöglichen. Das Pflegepersonal hilft dabei“, sagt Pressesprecherin Müller.

Besuchsdienste pausieren, Ehrenamtler helfen trotzdem

Für Abwechslung bei den Patienten sorgen im Normalfall die ehrenamtlichen Besuchsdienste: Sie sind in den drei Kliniken aktuell nicht auf den Stationen unterwegs.

Die Ehrenamtlichen des Johannes-Hospitals haben aber eine andere Möglichkeit gefunden, zu helfen. „Sie betreiben die Patientenschleuse, durch die persönliche Gegenstände abgegeben werden können“, so Sprecherin Gudula Stroetzel.

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