Via Härtefall-Regelung ist es möglich, in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Hunderte Dortmunder stellten entsprechende Anfragen an die Stadt. © dpa
Pandemie

Bevorzugte Corona-Impfung: Dortmunder stellen hunderte Härtefall-Anfragen

Hunderte Dortmunder haben bei der Stadt angefragt, ob sie als Härtefall eher geimpft werden. Kurios: Oft führte die Anfrage eher zum Gegenteil.

Seit Ende Februar ermöglicht der sogenannte Härtefallerlass des NRW-Gesundheitsministeriums, dass Menschen, die „aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes, hohes oder erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf“ nach einer Coronavirus-Infektion haben, bevorzugt geimpft werden. Hunderte Dortmunder haben seitdem beim Gesundheitsamt angefragt, ob sie unter diese Regelung fallen.

Hunderte Beratung zur Höherpriorisierung

Man habe zu dem Thema telefonisch und per Mail Beratungen „im hohen dreistelligen Bereich“ durchgeführt, so Stadtpressesprecherin Katrin Pinetzki.

Kurios: Oftmals hatten die Anfragen zur Folge, dass derjenige, der sich über eine Höherpriorisierung informieren wollte, eine gegenteilige Antwort bekam – er sei eher später als angenommen an der Reihe.

Viele Anfragende hätten zum Ziel gehabt, als Fall mit hoher Priorität (Impfgruppe 2) in die höchste Priorität (Impfgruppe 1) hochgestuft zu werden, so Pinetzki. Im Beratungsgespräch sei dann aber festgestellt worden, dass der Anfragende entgegen der eigenen Annahme nicht in die Gruppe mit hoher Priorität, sondern nur mit erhöhter Priorität (Impfgruppe 3) oder sogar darunter falle.

Von den hunderten Anfragen blieben so letztlich 140 eingereichte Härtefall-Anträge übrig. „Die Kriterien der höchsten Priorität erfüllten dabei rund 60 Fälle“, so die Sprecherin. In so einem Fall erhalte man „unverzüglich“ einen Termin im Impfzentrum.

Härtefall-Regelung nur in Einzelfällen

Grundvoraussetzung für die Einstufung als Härtefall ist es, dass die Krankheit, nach der man sich höher priorisieren lassen möchte, nicht bereits in der Corona-Impfverordnung gelistet ist. Das Gesundheitsamt rät dazu, im ersten Schritt beim Hausarzt klären zu lassen, ob eine Erkrankung nach den Paragrafen 3 oder 4 der Impfverordnung vorliegt.

Seitdem die Hausärzte impfen dürfen, entfällt der Umweg via Härtefall-Regelung dann auch oft, so Pinetzki. Entsprechende Fälle würden unbürokratisch in der Praxis geimpft. Zudem wird, anders als noch im Februar bei Erlass der Härtefall-Regelung, mittlerweile auch die Impfgruppe 2 mit hoher Priorität im Impfzentrum geimpft.

„Wer bereits über ein (haus-)ärztliches Attest nach Paragraf 3 der Impfverordnung verfügt, bedarf keiner weiteren Prüfung durch das Gesundheitsamt“, so Pinetzki.

Es gelte aber: „Das Gesundheitsamt bleibt weiterhin Ansprechpartner für hilfesuchende schwerstkranke Menschen mit höchster Impfpriorität, die keine hausärztliche Impfmöglichkeit haben und denen rasch eine Impfung im Impfzentrum ermöglich werden muss.“

Härtefallantrag stellen

Per Post oder E-Mail

Der Antrag samt aussagekräftiger Befunde/Atteste kann mit dem Betreff „Höherpriorisierung“ an das Dortmunder Gesundheitsamt geschickt werden: entweder per Post an das Gesundheitsamt Dortmund, Hoher Wall 9-11, 44137 Dortmund oder per E-Mail an 53begutachtung@stadtdo.de.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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