Bezirksvertretung stimmt für Weiterbau der Brackeler Straße (OWIIIa)

hzPolitik in Dortmund

Mit einer deutlichen Mehrheit stimmte die Bezirksvertretung Brackel für eine Fortführung der Planungen zum OWIIIa-Weiterbau. Die Grünen konnten sich mit ihrer Argumentation nicht durchsetzen.

Brackel

, 06.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 9 zu 1 Stimmen befürwortet die Bezirksvertretung Brackel die Planungen in Sachen OWIIIa-Weiterbau. Lediglich Grünen-Vertreterin Heide Kröger-Brenner stimmte am Donnerstag (4.6.) erwartungsgemäß dagegen.

Bevor es in der wegen der Corona-Regeln personell reduzierten Sitzung zur Abstimmung kam, gab eine lebhafte Diskussion zum Weiterbau der Brackeler Straße (OWIIIa). Heide Kröger-Brenner: „Für uns ist das das schäbigste Bauvorhaben seit langem.“

Grüne: OWIIIa wird den Hellweg nicht entlasten

Auf dem Hellweg gebe es vor allem „Ziel- und Quellverkehr“, also Autofahrer, die dort etwas ansteuern oder von dort kommen – deswegen werde eine weitergebaute OWIIIa keinesfalls den Hellweg entlasten. Um dies zu erreichen, müsse man die Menschen zum Umstieg auf Verkehrsmittel wie die Bahn oder das Fahrrad bewegen.

Mit viel Abstand und Mundschutz trafen sich 10 der 19 Brackeler Bezirksvertreter zur Sitzung im Arent-Rupe-Haus der Evangelischen Kirche. Eines der beherrschenden Themen war der OWIIIa-Weiterbau.

Mit viel Abstand und Mundschutz trafen sich 10 der 19 Brackeler Bezirksvertreter zur Sitzung im Arent-Rupe-Haus der evangelischen Kirche. Eines der beherrschenden Themen war der OWIIIa-Weiterbau. © Andreas Schröter

Ulf Katler (CDU), der als 1. stellvertretender Bezirksbürgermeister für den abwesenden Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (SPD) die Sitzung im Arent-Rupe-Haus leitete, entgegnete: „Ich verspreche, demnächst auf dem Hellweg mit dem Fahrrad zu fahren, wenn ich nicht mehr von hinten von Lkw bedrängt werde und ich nicht mehr so viele Abgase einatmen muss.“

Das lasse sich aber nur durch den Weiterbau der OWIIIa erreichen. Das Argument mit dem Ziel- und Quellverkehr stimme ganz einfach nicht. Viele Bürger aus Unna, die in der Dortmunder City arbeiten, würden den Hellweg nutzen, um zu ihrem Arbeitsplatz und wieder nach Hause zu kommen.

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Thomas Wesnigk (SPD) verwies auf die Flughafenstraße, die vor Jahren durch das bereits gebaute Teilstück der OWIIIa ebenfalls stark entlastet worden sei. Das zeige doch, dass ein solcher Straßenbau sehr wohl solche Effekte erzielen könne.

Durch den Ausbau des Westfalenhüttengeländes und den Bau der Nordspange werde sich demnächst noch viel mehr Verkehr auf Asseln ergießen, wenn die OWIIIa nicht weitergebaut werde.

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Der Wickeder SPD-Vertreter Dirk Sanke betonte, dass der Freiflächenverbrauch zugunsten des Straßenbaus so gering wie möglich gehalten werden soll. Keinesfalls sei es ja so – wie es gelegentlich dargestellt werde – dass sowohl Wickeder Ostholz als auch der Pleckenbrinksee geopfert werden sollen. Es gehe zum jetzigen Zeitpunkt lediglich darum, die Planungen wieder aufzunehmen.

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Insider gehen derzeit davon aus, dass eine Realisierung der neuen Straße kaum vor 2030 zu erwarten ist.

Heide Kröger-Brenner hatte bereits zuvor beim Tagesordnungspunkt „Lärmaktionsplan“ versucht, sich gegen den Weiterbau einzusetzen. Sie hatte beantragt, Flächen in Wickede, die womöglich vom Weiterbau betroffen wären, als „Ruhige Gebiete“ unter einen besonderen Schutz stellen zu lassen. Auch dort scheiterte sie jedoch mit 9 zu 1 Stimmen.

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