Blues gegen Blaskapelle

Kinofilme fürs Theater aufzubereiten, das ist nichts Neues. Aber die Blues Brothers? Ein Film, der von spektakulären Auto-Verfolgungjagden lebt? RN-Redakteurin Katrin Pinetzki sprach mit dem Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer.

11.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie kriegen Sie die Blues Brothers bühnenreif?

Schmidt-Rahmer: Das Schöne am Theater ist: Nichts ist nicht darstellbar. Ein Film muss alles realistisch zeigen, vom Theater erwartet das niemand. Bei einem Dialog über eine "Monster-Karre" muss ich kein Auto zeigen.

Was zeigen Sie denn?

Schmidt-Rahmer: Ich habe den Film oft gesehen, aber ich glaube, ich habe erst jetzt verstanden, worum es geht. Beim ersten Mal sah ich nur Action und Comedy. Dann fielen mir die Nazis auf und der lange Schwenk über die Industrielandschaft. Das wahre Thema ist für mich die Darstellung einer freudlosen, kasernierten weißen Gesellschaft, die durch Rhythm & Blues zur Lebensfreude zurückfindet. Den Blues Brothers werden bei uns die "Brüder Braun" gegenübergestellt, die in einen musikalischen Kampf der Kulturen treten: Blues gegen Blaskapelle!

Wie kriegen Sie die Musik in den Griff?

Schmidt-Rahmer: Wir haben Profi-Jazzmusiker engagiert, singen müssen die Schauspieler selbst. Außerdem spielt mit Brenda Boykin eine echte Bluessängerin mit.

Das Ensemble hat sicher viel Spaß bei den Proben ...

Schmidt-Rahmer: Ja, obwohl Musiktheater mit Schauspiel, Musik und Tanz auch Knochenarbeit ist. Aber unsere "Blues Brothers" Michael Kamp und Jakob Schneider lieben den Film, die kannten schon vor Probenbeginn alle Dialoge auswendig.

Was ist mit dem berühmten Auto-Flug über die Brücke?

Schmidt-Rahmer: Also, bei den Proben gab es diese Szene, aber wir schreiben bis zum letzten Tag am Skript - mal sehen, was die Premiere bringt!

Premiere am 19.1., die ersten drei Vorstellungen sind ausverkauft. Karten für den 16., 29.2. unter 50-27222

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