Mord oder Totschlag? Bluttat an Nordstadt-Rentner wird neu verhandelt

hzUrteil gekippt

Über zwei Jahre nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Rentner in der Nordstadt beschäftigt der Fall erneut das Schwurgericht. Ein erstes Urteil hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

Dortmund

, 29.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin davon aus, dass der inzwischen 42-jährige Angeklagte seinen Nachbarn im Juni 2018 tötete, weil er unbedingt dessen Auto haben wollte, um damit zu seiner Freundin zu fahren.

Als der 66 Jahre alte Rentner sich weigerte, den Schlüssel herauszurücken, soll der Angeklagte zu einem Messer gegriffen und zugestochen haben.

BGH hebt Urteil auf

Im ersten Prozess hatte das Schwurgericht den 42-Jährige wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat in seinem Revisionsbeschluss jedoch Zweifel an der Habgier-Theorie geäußert.

In dem am Mittwoch (28.10.) begonnenen zweiten Prozess müsse geprüft werden, ob der Angeklagte nicht auch aus Wut und Verärgerung über die Zurückweisung zugestochen haben könnte. In diesem Fall könnte möglicherweise ein Mordmerkmal nicht sicher festgestellt werden. Was bliebe, wäre eine Verurteilung wegen Totschlags.

Angeklagter spricht von Notwehr

Der Angeklagte hatte dagegen stets noch eine dritte Variante ins Gespräch gebracht. Danach war es der Rentner, der ihn an diesem Nachmittag zuerst angriff. Mehr als einmal ist in dem ersten Prozess daher das Wort „Notwehr“ gefallen.

Noch in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung hatte der Angeklagte erklärt: „Wenn das wirklich ein Mord gewesen wäre, würde ich dazu auch stehen.“

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